Afrika, 13. September 2023 Botsuana

Hallo

Heute ist gar nicht viel passiert. Nach einem schrecklichen Frühstück haben wir das Camp verlassen und Thomas als mein Held hat mir noch vier Mandarinen besorgt, damit wir mal Vitamine haben. Dann ging es mit dem Bus nach Botsuana. Trotz aller Erwartungen sind wir gut und schnell über die Grenze gekommen. Wir hatten Fleisch und Obst im Auto, was nicht erlaubt ist, mit nach Botsuana zu nehmen. Die letzten Kilometer von Namibia nach Botsuana waren genau so, wie man sich Afrika vorstellt. Lang und einfach nur trocken und nicht Asphalt, sondern einfach nur Sand. Bei Mahango erkundeten wir das Okavangodelta in typischen Holzbooten, den Mokros. Man muss ganz still in diesen Booten sitzen, darf sich nicht schnell bewegen, eigentlich gar nicht und man wird durch das Delta gefahren wie in Venedig mit den Gondeln. Es ist super schön, man genießt die Ruhe und lauscht den Tierstimmen. Leider haben die Elefanten gerade das Delta verlassen, als wir ankamen Und wir haben sie nur noch von hinten gesehen.

Danach fuhren wir in unsere Lodge zum Übernachten. Und diese Lodge ist nun wirklich wunderschön. Wir schlafen in Zelten, die aber alles haben, was wir benötigen. Dusche, Toilette, einen Schrank, saubere Betten, das Außengelände ist toll gestaltet. Man hat uns ein Lagerfeuer gemacht und unser Guide hat uns gekocht, was einfach lecker war. Mit viel Glück sieht man die Elefanten an unseren Zelten vorbeilaufen. Auf jeden Fall hören wir einen Löwen brüllen, der uns wohl in die Nacht begleiten wird.

Bis morgen, liebe Grüße, Michi und Thomas

Afrika – 12.09.2023 Rund um Rundu

Hallo

Wir sind immer noch in Namibia und immer noch in dieser Lodge mit der tollen Aussicht auf den Okawango und dem unschönen Zimmer und ich habe mittlerweile Herpes. So, nun genug gejammert, das ist halt Afrika und der Standart ist eben anders.

Wir sind in der zweitgrößten Stadt Namibias namens Rundu und nach einem nicht schmeckenden Frühstück, es gab Toast, umgetoastet und kaltes Spiegelei, war nicht schlimm, der Hunger war uns sowieso schon vergangen 🙂 ging es los nach Rundu.

Sehenswürdigkeiten gibt es hier keine, die Stadt wurde erst in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erbaut, dafür waren wir die „Sehenswürdigkeiten“ . Weiße kommen hier noch sehr selten her. Am Nachmittag liefen wir in kleinen Gruppen durch Rundu. Unser Reiseleiter musste in der Stadt Lebensmittel kaufen, da er uns die nächsten 2 Tage versorgen und bekochen muss. Er hat auch Fleisch eingekauft und gesagt, mal sehen wie wir das am besten über die Grenze nach Botswana schmuggeln 🙂 Er meinte, es macht ihn ein klein wenig nervös, dass wir mitkommen wollen. Es war aber absolut ungefährlich, wir waren zu viert unterwegs und wohl die Hauptattraktion in der Stadt. Die Einheimischen stupsten sich gegenseitig an um sich einander aufmerksam auf uns zu machen. Deshalb war es auch unmöglich, dass wir Fotos machen konnten 🙂

Am Vormittag besuchten wir dafür ein Dorf der Mbunza, die uns an ihrem Leben teilhaben liesen. Die Bilder, die dabei enstanden, werden Euch zeigen wie toll es dort war. Übrigens fragen wir die Personen immer, ob wir ein Foto machen dürfen. Danach spazierten wir gemütlich duch das Okawango-Delta. Morgen geht es nach Botswana.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

Afrika – Die Kawango-Region 11.09.2023

Hallo

Heute Morgen klingelte um 5 Uhr in der Früh schon der Wecker, um 6 Uhr gabe es Frühstück und um 7 Uhr ging es los. Angeblich sollten wir 700 km Fahren, es wurden aber dann nur 500 km. Die Strecke zeigt Thomas mit den Fingern auf der Karte. 700 km wären auch nicht schlimm gewesen, die Landschaft ist so unglaublich, dass die Zeit und die Kilometer einfach runter laufen.

Wir näherten uns dem Caprivi-Streifen und erreichten die Kwango-Region mit dem Kwango. Der Kwango ist ein Nebenfluss des Sambesi im südlichen Afrika. Er bildet die Grenze zwischen Namibia, Sambia und Angola. Wir sitzen gerade auf dem Balkon in Nambia und schauen über den Kwando nach Angola und die Sonne geht unter. Unbeschreiblich. Leider können unsere Bilder gar nicht wiedergeben, was wir hier erleben dürfen. Wenn man am Kwando entlang fährt oder hier auf dem Balkon sitzt, ist es unglaublich, was sich hier abspielt, er ist Supermarkt, Spielplatz, Waschmaschine, Badewanne alles in einem und die Menschen haben eine Lebensfreude, obwohl sie nichts haben. Vielleicht sind wir etwas naiv den Urlaub angegengen. Die Reise wurde angeboten mit der Überschrift „Wow der unendeckte Norden Namibias“, das bedeutete für uns, da kommen wohl nicht so viele Touristen hin. Wir waren in Südafrika und fanden es schrecklich, dass die Menschen in den Slums in Wellblechhütten hausten. Hier wohnen sie noch in runden Hütten aus Lehm, mit einem Rietdach, unvorstellbar. Nach ca. 30 Minuten Fahrt kamen wir an einen Supermarkt, in dem wir uns mit Wasser und Snacks für die Fahrt eindecken sollten. Wasser gab es, Nüsse auch, aber zum Beispiel frisches Obst oder irgendwas an Vitaminen, das noch irgendwie appetitlich war, gab es nicht. Also fuhren wir weiter am Fluss entlang bis zu einer Pipipause. Das war unglaublich, nun waren wir die, die erstaunt angeschaut wurden, Weisse sind hier nie oder nur ganz selten. Ein kleines Mädchen hatte Angst vor uns und dem Bus, der Tankstellenbestizer witterte Geld und machte wohl das Geschäft seines Lebens. Er verlangte von jedem von uns umgerechnet 15 Cent für die Toilettenbenutzung und jeder bekam 3 Blatt Toilettenpapier. Danach ging es auf unserer Fahrt weiter immer geradeaus und unser staunen wollte nicht enden, Ziegen, Ochsen, Esel alles läuft einfach so umher, die Ziegen meckern sogar, wenn sie unserem Bus aus dem Wege gehen sollen. Dann endeckten wir während der Fahrt vom Bus aus ein Flusspferd im Wasser. Unser Fahrer stoppte. Da man nicht einfach so über fremde Grundstücke gehen darf, fragte unsere Reiseleiter in einem kleinen Shop nach, ob wir an den Fluss gehen können. Freundlich bejahte der Besitzer dies, unter der Bedingung, dass jeder etwas kaufen muss. Wir entschieden uns für 7 Lollis, die dann 50 Cent kosteten. Während wir das Flusspferd bestaunten, kamen immer mehr Kinder und freuten sich über Lollis, die es zu verteilen galt. Ein junges Mädchen war so mutig und begeistert von unserer Hautfarbe, dass sie nachfragte, ob sie eine Mitreisende umarmen darf. Diese erlaubte dies. Unsere Reiseleiter sagte anschließend, er wissen nicht, ob sie nun „getötet“ oder als Dorfheldin gefeiert wird 🙂

Unsere Lodge ist heute sehr groß, dafür aber nicht sehr schön und auch nicht super sauber, das geht aber für zwei Tage. Morgen berichten wir mehr von dieser unglaublichen Gegend.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

Die Fahrtstrecke

Afrika – Owamboland 10.09.2023

Hallo

Nun sind wir gut ausgeschlafen, es ist gerade 7 Uhr und wir haben bis zum Frühstück um 8 Uhr noch eine wenig Zeit. Thomas ist schon unterwegs und versucht, Euch ein paar Bilder von gestern zu schicken. Ganz früh ging es gestern los uns wir haben den Etosha von Süden nach Norden durchquert, was einige Stunden dauerte und auch sehr anstrengend war. Man darf den Etosha Nationalpark bei Sonnenaufgang betreten und muss ihn aber bis Sonnenuntergang wieder verlassen haben. Deswegen blieben wir nur auf den Hauptwegen und es war unglaublich, was uns geboten wurde. Ihr habt die Fotos ja mittlerweile gesehen. Einen Geparden in freier Natur zu sehen, sagte man uns, ist schon was Besonderes. Es war richtig toll. Die Salzpfanne war sehr beeindruckend und heiss. Da war einfach nichts soweit das Auge reichte und es war heiß. Gestern sind wir dann noch im Owambaland angekommen und bleiben hier für 2 Nächte. Wir übernachten in Zelten und haben die erste Nacht auch gut geschlafen. Heute Nacht war es kalt, 17 Grad und am Tag hat es dann 36 Grad. Thomas ist mein Held hier, in der Nacht steht er mit mir auf, leuchtet mir den Weg zur Toilette, leuchtet jeden Winkel im Zimmer vor dem schlafen gehen aus, stellt die Schuhe auf den Kopf und verschließt alle Taschen zum Schutz von unbeliebten Tieren. Gestern war im Nationalpark einem anderen Reisenden eine Baumschlange in den Motorraum gekrochen. Zum Glück habe ich Thomas, heute hat er schon ein Grashüpfer oder ähnliches gefangen.

Das Owambaland steht in fast keinem Reiseprogramm, obwohl hier fast die Hälfte der namibischen Bevölkerung lebt und die Region wie keine andere im namibischen Befreiungskampf stand.

Am Morgen besuchten wir das Nakambale Museum, die einstige finnische Missionstation von 1870. Dort wurde uns voller Stolz gezeigt, was dieser gute Missionar für das Land und die Bewohner getan hat. Wir finden das nicht so schön, aber….

Von 12 Uhr bis 16 Uhr war heute Mittagspause angesagt, zum Entspannen und Erholen im Zelt. Leider fiel genau um diese Zeit der Strom aus, was natürlich ziemlich blöd war, da die Temperatur 36 Grad betrug und in einem Zelt…. Also saßen wir im Lokal, wo es erträglich war und warteten bis es 16 Uhr war und wir spazierten zu illegalen Bierbrauereien und versuchten das selbstgebraute Bier in verschiedenen Stärken der Einheimischen bis hin zum Schnaps. Widerlich. Die Einheimischen behaupten aber, sie hatten durch diesen Schnaps kein Corona (das kann man sich vorstellen, dieses Gebräu aus Grassamen, das einfach mehrere Tage gärt, tötet garantiert alles, so schmeckt es zumindest). Nach ca. 2,5 Stunden ging es zurück zur Unterkunft und es gab Pizza zum Abendessen.

Morgen haben wir ca. 700 km zu fahren. Es geht in Richtung Angola, besser gesagt an der Grenze zu Angola entlang

Liebe Grüße, Michi und Thomas

Afrika- Etosha Nationalpark 09.09.2023

Hallo

Heute Morgen klingelte schon um 5 Uhr der Wecker, um 6 Uhr trafen wir uns alle zum Frühstück und um 7 Uhr ging es los. Den ganzen Tag fuhren wir durch den Etosha-Nationalpark. Wir haben sehr viele Tiere gesehen und die große Salzpfanne besucht. Um 18 Uhr sind wir in unserer heutigen Unterkunft angekommen. Wir schlafen in großen Zelten mit Badezimmern. Um 19 Uhr gingen wir zum Abendbrot. Wir sind richtig platt, so anstrengend war der Tag, das Schreiben fällt uns schwer. Wir schicken Euch einfach ganz viele Fotos und schreiben morgen etwas mehr.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

Windhoek – 07.09.2023

Hallo

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wir sind um 7:00 Uhr in Windhoek nach einem ziemlich langen Flug gelandet und total übermüdet ausgestiegen. Da nur ein Flieger gelandet ist, waren unsere Koffer schnell da, von einem Hund beschnuppert und dann durchleuchtet und wir trafen auf unsere Gruppe. Der Reiseleiter Henner und die anderen 14 Mitreisenden fanden sich schnell zusammen. Auf den ersten Blick passt das alles gut, alle dürften älter als wir sein oder in unserem Alter. Dann ging unsere Rundreise auch schon los. Wir haben einen Bus, in dem wir alle Platz finden, Sitzplätze rotieren täglich, es gibt zwei Kühlschränke, einer für Getränke und ein anderer für Lebensmittel. Toilette gibt es keine. Erster Stopp war ein Supermarkt. Dort konnten wir uns mit Wasser und Snacks eindecken, es gab alles, was es auch bei uns gibt.

Nächter Halt war die Christuskirche, gebaut 1907 bis 1910, das Wahrzeichen der Stadt. Witzig ist, dass beim Bau der Kirche die Fenster falsch herum eingebaut wurden, mit der Innenseite nach außen. Dies fiel erst gegen Ende des Jahrhunderts auf, als ein Experte für Kirchenfenster die Kirche als Tourist besuchte. Danach wurden die Fenster ausgebaut und richtig herum wieder eingebaut. Des weiteren gibt es noch ein Parlamentsgebäude, das die Einheimischen den Tintenpalast nennen, da darin viel Tinte verschwendet wird. Sonst hat die Stadt nichts aufregendes zu bieten.

Nächter Halt war dann unsere Lodge, irgenwo im Nirgendwo. So schön. Vor unserer Tür spazieren Warzenschweine, Springböcke und Strauße. Die Lodge ist super schön. Nach einem kurzen Spaziergang und einem total leckeren Stück Kuchen und Kaffee haben wir mit sechs anderen Gästen beschlossen, noch den Ausflug „Sundowner“ zu machen. Ich denke, es gingen so wenige mit, da man ihn extra zahlen musste, 35 Euro mit Getränken und Essen. Was dann aber kam war der absolute Knaller. Vor dem Sonnenuntergang gab es eine 2 stündige Jeepsafari. Wir sahen am Anfang viele Springböcke, Warzenschweine, Gnus, Zebras und und…. An einem Wasserloch gab es zwei kleine Krokodile. Dann standen plötzlich fünf Nashörner mit einem Jungen vor uns. Unglaublich. Wir werden einfach die Bilder sprechen lassen. Natürlich gab es dann auch noch den Sundowner mit einem Gin Tonic in der Hand. Genial. Auf der Heimfahrt standen dann zwei Giraffen mit drei jungen vor uns, das lässt einen Schlucken. Man wird ganz emotional, wenn man sieht, wie schön sie herumspringen. Ich kann das gar nicht beschreiben. Einfach toll.

Zurück in der Lodge aßen wir noch gemeinsam zu Abend und nun um 22 Uhr liegen wir erschöpft im Bett und werden die Bilder für sich sprechen lassen. Morgen geht es um 7 Uhr weiter…

Gute Nacht und liebe Grüße, Michi und Thomas

3.Juni – Zweiter Seetag

Hallo

Heute war Entspannung angesagt: Seetag. Schwimmen, Sauna, auf dem Bett liegen, Faulenzen, Essen gehen und es uns einfach gut gehen lassen. Wir waren bei der Kapitänsfragestunde und der Abendshow mit dem Kapitän. Der Kapitän hier an Bord, Tobias Pietsch, ist ein sehr gut aussehender Kapitän und man sieht ihn überall auf dem Schiff, er ist total nahbar und zusammen mit seinem Kreuzfahrtdirektor Sönke Sieg machen die beiden eine Show nach der anderen und stehen immer für Spaß und Unterhaltung.

Also heute war ein ganz entspannter Tag. Morgen früh legen wir in Kiel an und um ca. 11:20 Uhr geht dann unser Zug nach Mannheim.

Wir hatten super schöne Tage mit Sabine und Reiner, haben viel gelacht und viel Spaß gehabt und werden dies ganz bestimmt nochmal wiederholen.

Liebe Grüße, Michi und Thomas  

Kapitän Tobias Pietsch

2. Juni 2023 – Tallinn

Hallo

Also unsere Annahme, es könne nicht noch viel kälter werden, war falsch. Aufgewacht sind wir bei herrlichem Sonnenschein in Tallinn, man konnte um 7:00 Uhr nur mit einem Handtuch bekleidet auf dem Balkon der Mein Schiff 4 stehen, im Windschatten, und das Wetter war super. Aber nur ein Schritt vom Schiff herunter in den Schatten zeigte uns sofort, wie kalt es war und der Wind war so eisig, einfach nur unangenehm. Aber zurück auf den Balkon. Als wir dort so standen und die wärmenden Sonnenstrahlen genossen, wurde es richtig spannend. Ein dänisches Kriegsschiff ankerte direkt neben uns, also mit einem Kaffee in der Hand konnte man das ganze Manöver richtig gut beobachten. Im Laufe das Tages kam noch ein amerikanisches, noch größeres Kriegsschiff und ein deutsches Kriegsschiff hinzu. Diese drei Schiffe lagen also mit der Mein Schiff und einer Aida im Hafen. Schon für mich etwas furchteinlösend, für die Männer nicht. Auf dem einem Schiff stand sogar ein Hubschrauber. Als wir von unserem Landgang zurück kamen war zu beobachten, dass das amerikanische Kriegsschiff dabei war, Munition zu laden. Thomas und Rainer hatten die Möglichkeit, kurz mit dem Kapitän des deutschen Schiffes zu sprechen. Sie sind einfach zum Wachsoldaten gelaufen und dann kam der Kapitän dazu. Dieser sagte, dass das keine Übung wäre, sondern sie im Einsatz wären, wegen Russland, damit wir ruhig schlafen könnten 🙂

Unser erstes Ziel war ein ehemaliges russisches Gefängnis der damaligen Sowjetunion. Es hatte wohl den Ruf, eines der schlimmsten Gefängnisse zu sein. Dort kann man über das Gelände laufen, leider ist das dazu gehörende Museum geschlossen und so wirkte das alles wie bei einem lost place. Man muss sich dort kurz klar machen, dass man in Estland ist und es um genau solche Gebiete gehen könnte, wenn Russland auch dort Anspruch erheben würde. Das alles ist so nah. 

Nun aber zum schöneren Teil. Auch in Tallinn hatten wir uns ein Ticket für Busse und Bahnen besorgt. Übrigens fahren alle Tallinner kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmittel,  WLAN ist für jeden Bewohner gratis und Skype haben sie auch noch erfunden. Das nächste Ziel waren die Markthallen. Wir benötigten unbedingt ein warmes Getränk, den ganzen Vormittag wollte es einfach nicht wärmer werden und auch der Wind nahm nicht ab. Nachdem wir dort alles erkundet hatten, ging es dann in die tolle Altstadt von Tallinn. Wir fühlten uns sofort in der Zeit zurück versetzt, alles ist wie im Mittelalter. Herrlich. Zum Mittagessen ging es zum Drakakon, sehr urig. Ich hatte das Lokal im Internet gefunden und dort hieß es, dass sie für jeden hungrigen eine Schüssel Elchsuppe für 4,90 Euro haben. Man muss nur seinen eigenen Löffel mitbringen. Löffel hatten wir ja alle im Gepäck. Im Lokal ist alles alt, so wie als wäre man im Mittelalter, Thomas bestellte vier mal Suppe mit Pastete. Wir wurden gelobt, dass wir Löffel dabei hatten, bekamen Tonschüsseln mit Elchsuppe, durften Platz nehmen und wurden ein wenig verflucht, da Thomas mit schwarzer Magie (Kreditkarte) bezahlte. Im Lokal wird es gern gesehen, wenn man dann auch noch ein Liedchen anstimmt, das hatten wir uns aber nicht getraut. Den Link vom Lokal findet ihr hier: https://www.kolmasdraakon.ee Die Suppe wärmte uns auf und schmeckt auch richtig gut. Wir haben auf der Reise Rentier und Elch gegessen, aber es sind noch genug Rentiere und Elche da, die an Weihnachten den Schlitten ziehen können, wir haben sie nicht alle aufgefuttert.

Für 14 Uhr hatten wir in der Ratsapotheke, angeblich die älteste Apotheke der Welt, eine Führung gebucht. Ein gewandeter Mann erklärte uns, woran man eine Apotheke erkennt, was es mit der Schlange im Apothekerzeichen auf sich hat und erklärte viele alte Medikamente und deren Wirkungsweise. Im Anschluss ging es in den Keller der Apotheke und wir durften ein Heilgetränk versuchen, das die Apotheke schon seit 1418 herstellt. Es schmeckt so ähnlich wie Glühwein, ist nur kalt.  Außerdem behauptet die Apotheke, dass diese das Marzipan erfunden hätte und nicht die Lübecker. War sehr informativ und lustig diese Führung.

Den Nachmittag liefen wir durch die Stadt, kauften natürlich noch Marzipan, gingen noch mal in ein Kaffee, in welchem uns dann einfiel, dass wir ja noch nicht am Dom und an der Kathedrale waren. Also ging es dann ziemlich zügig weiter, bergauf zum Dom, zur Kathedrale, an der Stadtmauer entlang und und und… Zum Abschluss hielten wir noch am Denkmal für das Fährunglück der Estonia inne. Total ausgefroren waren wir um 17 Uhr zurück am Schiff, waren wieder gut 13 km gelaufen, die Füße und Knie taten weh und wir waren müde.  Morgen haben wir nun zum erholen noch einen ganzen Seetag.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

1. Juni 2023 – Helsinki

Hallo

Was für ein toller, aber kalter Tag. Thomas und ich sind heute mal eine ganze Stunde, aus Versehen, zu früh aufstanden. Wir haben hier in Finnland eine Stunde Zeitunterschied zu Deutschland. Da wir gestern einen Seetag hatten und das WLAN nicht eingeschaltet war, hatten wir nicht damit gerechnet, dass sich unsere Uhr dennoch umstellt. So ein Mist, dann waren wir halt eine Stunde zu früh wach und zudem habe ich auch noch ein wenig Halsschmerzen. Sabine und Reiner hatten das mit der Uhrzeit gestern Abend vor dem Schlafen gehen noch entdeckt und kamen dann pünktlich zum Frühstück, hatten dadurch aber leider die vielen Möwen vor unserem Balkon verpasst.

Nach dem Frühstück ging es dann um 9:00 Uhr nach Helsinki. Wir liefen ein Stück und fuhren dann mit dem Bus als erstes an das Sibelius Denkmal, danach zur Felsenkirche. Ein kurzer Besuch zum Shoppen beim Santa Claus Shop, dann zur Kirche der Stille, dann ins Kaufhaus Stockmann. Zur Stärkung ging es dann auf den Markt vor den Markthallen und in die Markthallen, der gönnten wir uns eine Portion winzig kleiner Fische. Danach ging es zu einem Highlight, dem Dom zu Helsinki. Den sollte man bei einem Besuch dieser Hauptstadt auf jeden Fall gesehen haben.

Da es heute nur 12 Grad hatte, ein kalter Wind wehte (für Helsinki hatten wir heute eine mittlere Windwarnung) und ich total ausgefroren war und wir alle eine Pause nötig hatten ging es in ein nettes Café (Robert’s Café).

Frisch gestärkt nahmen wir noch mal die Straßenbahn und fuhren zur Kathedrale, die ähnlich imposant wie der Dom ist. Gleich um die Ecke eine Apotheke für Halstabletten sowie ein Supermarkt für Mitbringsel.

Danach liefen wir erneut zu den Markthallen, um der Kälte zu trotzen… Aufgewärmt ging es zu unserem Highlight des Tages. Wir fuhren mit einer Fähre auf eine kleine vorgelagerte Insel Namens Lonna. Das ist eine ganz kleine Insel mit einem Café und einer Sauna, die den Besuch von ca. 12 Gästen zulässt. Diesen Saunabesuch hatten wir schon von zu Hause aus gebucht. Sabine und Rainer hatten wir ja im Vorfeld mitgeteilt, dass sie für diesen Urlaub Wasserschuhe und einen Löffel benötigen. Heute sollten die Wasserschuhe zum Einsatz kommen. Nach kurzer Überfahrt sind wir auf der Insel angekommen. Man meldet sich an, bekommt einen kleinen Korb, ein kleines Handtuch, eine Tasse und einen Schlüssel. Dann geht man sich in der Umkleidekabine ausziehen, legt seine Kleidung und Wertsachen in den Korb, schließt diesen ein, nimmt das kleine Handtuch und die Tasse und geht in die Saune. Merkwürdig war, dass die Finnen alle in Badebekleidung kamen, nur wir nicht. Wir hatten im Vorfeld nachgefragt. Es hieß, man geht nackt in die Sauna. Bei heutiger Nachfrage hieß es dann, egal wie man möchte, nackt oder auch nicht. Super. Die Sauna ist in Finnland, anders als bei uns, lange nicht so heiß und nicht so schön. Es wat eine Holzhütte, unten befinden sich Wasserhähne, Waschkübel für nach dem Saunagang und der Saunaofen. Oben setzt man sich hin, wir nackt, aber immerhin mit einem Handtuch, die anderen in Badebekleidung. Super. Dann gibt man immer ein wenig Wasser auf (bzw. in) den heißen Ofen, damit der Dampf aufsteigt. Richtig heiß wird es nicht, es wird schon heiß, aber viel langsamer. Wenn man dann richtig aufgeheizt ist geht man, wie Rainer und ich, ins Freie oder erfrischt sich an den Wasserkübeln. Bei 12 Grad Außentemperatur genügt das aber auch schon 🙂 Thomas und Sabine haben allen Ernstes die Badeschuhe angezogen und gingen in die 1o Grad kalte Ostsee, Sabine schwamm sogar ein Stück. Dass waren meine zwei Tageshelden. Danach gab es noch eine Cola im angrenzenden Café und es ging zurück mit der Fähre nach Helsinki. Am Hafen entschlossen wir uns, noch eine Portion Rentierfleiisch und einen Rentier-Hotdog zu essen und dann ging es bei immer noch kaltem, windigen Wetter zurück zum Schiff. Dort angekommen rettete mich ein heißer Tee, den anderen Drei genügte ein Cocktail. Nach einem späten Abendessen und einem abschließenden Besuch beim Schoko-Buffet auf dem Pooldeck liegen wir nun um 21:45 völlig erledigt im Bett und freuen uns auf den morgigen Tag in Tallinn.

Sauna in Finnland war Klasse, ich denke aber die Finnen benutzen die Sauna nicht für Wellness sondern zum Aufwärmen 🙂

Liebe Grüße, Michi und Thomas

31. Mai 2023 – Seetag

Hallo

Heute war alles entspannt. Wir haben ausgeschlafen und Thomas ging um 6:30 Uhr zum Joggen auf das Sonnendeck. In der Zeit habe ich gemütlich geduscht und Kaffee getrunken. Um 8:00 trafen wir uns zum Frühstücken im der Café-Lounge. Diese befindet sich am Heck des Schiffes im sogenannten Diamanten. Wir saßen an einem Tisch direkt am Fenster und genossen das leckere Frühstück bei tollem Ausblick und Sonnenschein. Zum Frühstück gab es alles, was man gerne mochte, Sabine und ich hatten ein Ei Benedict, die Männer bleiben bei Rührei mit Speck. Danach gab es alles an Gebäck, was man so kennt mit süßen oder herzhaften Aufstrichen, Fisch gab es natürlich auch. Müsli, Crèpe und Waffeln rundeten das leckere Frühstück ab. 

Nach kurzer Verdauungsphase ging es zu einer Lesung: „Kapitäne! – Ihre besten Geschichten“. Es war leider nicht so spektakulär, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Mittagessen musste wegen Völlegefühl im Bauch ausfallen.

Um 13:00 Uhr ging es in die Sauna. Das war schon herrlich, man sitzt in der Sauna und genießt die Aussicht auf das Meer. Die Sauna hat ca. 90 bis 95 Grad Celsius. Sabine und Thomas schaffen es  im Anschluss sogar, sich einen Eimer eiskaltes Wasser überzuschütten. Reiner kann sich mit Eis abreiben und ich muss lauwarm duschen. Mir ist das alles zu kalt, schaffe es aber auch nicht so lange  (min. 15 Minuten) wie die anderen drei in der Sauna zu bleiben. Während Reiner im Anschluß ein kurzes Nickerchen machte und ich die  Bademäntel bewachte, genossen Sabine und Thomas nochmals einen Saunagang mit Aufguss.  

Nach einem erholsamen Nachmittag liegen wir nun auf dem Bett in der Kabine, Thomas und Reiner machen ein Nickerchen, Sabine genießt das Sonnendeck und ich schreibe Euch, bis es gleich zum Abendessen geht, welches gestern absolut lecker war. Heute wollen wir bei Gosch (Fischlokal) essen. Sollte es uns nicht schmecken oder wir nicht nicht satt werden, plündern wir noch das Buffet-Lokal, zumindest für das leckere Eis das es dort gibt.

Ach, seit gestern sind wir auch eine Stunde zeitversetzt. Finnland ist eine Stunde voraus.

Den morgigen Tag verbringen wir dann in Helsinki.

Liebe Grüße, Michi und Thomas