Für Thomas und Heiko war heute Morgen schon um 5 Uhr die Nacht vorbei. Während wir anderen uns im Bett noch einmal gemütlich umgedreht haben, hatten die beiden Großes vor: Sie wollten den Le Morne Brabant besteigen, den markanten Berg ganz im Südwesten von Mauritius.
Gestern Morgen hatten wir ihn beim Dolphin Watching schon vom Meer aus gesehen – heute wollten die beiden nun selbst hinauf. Der Le Morne Brabant ist 556 Meter hoch und von oben hat man einen tollen Blick über die Lagune, das Riff und den Indischen Ozean. Besonders spannend ist die Gegend wegen des berühmten „Underwater Waterfall“, der auch oft als Blue Hole bezeichnet wird. Dabei stürzt natürlich kein Wasser tatsächlich in die Tiefe. Durch Sand, Sedimente und die unterschiedlichen Wassertiefen entsteht aber von oben die verrückte optische Täuschung, als würde das Meer in einem riesigen Loch verschwinden.
Eigentlich wollten wir uns genau dieses Schauspiel mit dem Hubschrauber anschauen. Das wäre bestimmt traumhaft gewesen – allerdings waren ungefähr 400 Euro pro Person dann doch eine Hausnummer. Da haben wir beschlossen, dass das Blue Hole auch ohne uns auskommen muss. Thomas wollte ihm heute wenigstens zu Fuß ein bisschen näherkommen.
Vorbereitet waren die beiden schließlich bestens. Extra dafür hatten Thomas und Heiko schon den Brocken bestiegen – Mauritius kann also eigentlich kaum schwieriger sein als der Harz. Dachten sie zumindest. Um 5:30 Uhr wartete der Taxifahrer und los ging es.
Und tatsächlich kamen sie fast bis ganz nach oben. Es fehlte wirklich nur noch das letzte Stückchen. Genau dann fing es allerdings an zu regnen. Der Weg wurde immer glitschiger und irgendwann siegte die Vernunft. Trotz guter Wanderschuhe war klar: Hoch wäre vielleicht irgendwie noch gegangen, aber man muss ja auch wieder runter. Und der Abstieg auf dem nassen Untergrund wäre vermutlich das größere Abenteuer geworden. Also hieß es: lieber umdrehen. Ärgerlich, wenn das Ziel schon fast zum Greifen nah ist, aber Sicherheit geht einfach vor.









Unten wartete der Taxifahrer schon wieder auf die beiden. Ganz umsonst war der Ausflug aber trotzdem nicht, denn auf dem Rückweg zeigte er ihnen noch zwei richtig schöne Aussichtspunkte. Thomas und Heiko wollen uns am Mittwoch dorthin mitnehmen. Gegen 15 Uhr kamen die beiden schließlich wieder ins Hotel zurück – und Thomas sah sogar noch erstaunlich fit aus. Mal sehen, was seine Beine morgen dazu sagen.
Heidrun und ich hatten unterdessen ein deutlich weniger sportliches Programm. Wir sind zum Shoppingcenter gefahren und hatten uns davon ehrlich gesagt viel, viel mehr versprochen. Der große Shoppingrausch blieb jedenfalls aus. Um 12:30 Uhr waren wir schon wieder zurück im Hotel und haben uns lieber den schönen Dingen des Lebens gewidmet: Strand, Kaffee und quatschen. Kann man schließlich auch als Tagesprogramm gelten lassen.
Ein bisschen erfolgreich waren wir beim Einkaufen dann aber doch: Heidrun und ich hatten drei kleine Flaschen Rum mitgebracht, jeweils 375 Milliliter. Die konnten wir natürlich schlecht bis Deutschland ungeöffnet wieder mitnehmen. Als Thomas und Heiko zurück waren, ging es erst einmal baden. Danach mussten wir noch auf Robert und Maika warten, die ebenfalls zu Fuß unterwegs waren.
Als schließlich alle sechs wieder zusammen waren, saßen wir am Strand und haben unseren Rum probiert. So lässt sich das Warten auf das Abendessen natürlich hervorragend überbrücken.

Um 19 Uhr waren wir zum Lobster essen. Dafür hatten wir uns vorher angemeldet und für uns war dieser Abend ein absolutes Highlight. Schon als wir ankamen, war alles wunderschön angerichtet und wir haben uns richtig darauf gefreut.
Los ging es mit Lobster-Tatar auf Knoblauchtoast. Danach gab es einen Lobstersalat mit karamellisierter Ananas und Chimichurri-Sauce und anschließend einen Lobster-Cappuccino. Schon bis dahin war alles wirklich unglaublich lecker.
Und dann kam natürlich der Star des Abends: der gegrillte Lobster mit Flusskrebsbutter, saisonalem Gemüse und Safranreis. Heiko hatte sich vorher sogar schlau gemacht, wie man so einen Lobster richtig auseinanderbaut, wie man die kleinen Beinchen leer bekommt und natürlich auch an das Fleisch in den Scheren kommt. Wir waren also theoretisch bestens vorbereitet. Als unser Lobster kam, war er allerdings schon halbiert – ein bisschen Arbeit blieb uns aber trotzdem noch. Und egal wie elegant oder unelegant wir uns dabei angestellt haben: Er war einfach nur lecker!
Zum Nachtisch gab es dann noch flambierte Ananas und Banane mit Gewürzrum und Vanilleeis. Danach waren wir endgültig satt und glücklich. Für uns war dieses Lobster-Dinner wirklich eines der kulinarischen Highlights unserer bisherigen Reise.






Liebe Grüße, Michi und Thomas