20. Mai 2026 — Liverpool

Heute stand also Liverpool auf dem Programm.
Mit dem Taxi ließen wir uns zuerst zum Anfield fahren. Schon von außen merkt man sofort: Hier ist Fußball nicht einfach nur Sport – hier ist es Religion. Selbst wir Nicht-Profis konnten spüren, dass dieser Ort für die Fans etwas ganz Besonderes ist.

Natürlich blieb es nicht beim Anschauen. Für den kleinen Henry musste standesgemäß Fan-Nachwuchs-Ausstattung her. Also gab es einen Liverpool-Fanschal, kleine Fan-Socken und sogar ein Bilderbuch vom Liverpool F.C.. Spätestens jetzt gehört Henry wohl offiziell zur jüngsten Fanabteilung der Reds.

Danach ging es zu Fuß weiter Richtung Innenstadt. Henry ließ sich natürlich wieder von allem ablenken, was Räder hatte, blinkte oder Geräusche machte. Wahrscheinlich hätte er am liebsten jeden zweiten Bus persönlich untersucht. Und während wir Erwachsenen die Stadt anschauten, war Henry hauptsächlich damit beschäftigt, freundlich fremde Menschen anzulächeln — mit erstaunlich großem Erfolg.

Auf dem Rückweg Richtung Innenstadt legten wir noch eine kleine Pause an der Liverpool Central Library ein. Der Weg vom Stadion zurück war nämlich doch deutlich länger, als wir anfangs gedacht hatten.

Während Henry ganz friedlich im Wagen schlief, genossen wir kurz das Durchatmen und das Gefühl, einfach mitten in Liverpool unterwegs zu sein. Nach Fußballstadion, Fanshop und langem Fußmarsch machten sich unsere Beine inzwischen doch bemerkbar. Henry hingegen ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken — einmal kurz im Kinderwagen eingeschlafen und schon war die Welt wieder vollkommen in Ordnung.

So langsam merkten wir aber alle: Liverpool entdeckt man am besten zu Fuß … und dabei sammelt man automatisch einige zusätzliche Kilometer, die ursprünglich ganz sicher nicht geplant waren.

Zum Mittagessen gab es dann ganz typisch britisch Fish and Chips. Wenn man schon einmal in Liverpool ist, gehört das einfach dazu.

Der kleine Henry war natürlich sofort interessiert, sobald Essen auf dem Tisch stand. Und wie inzwischen üblich, wollte er selbstverständlich überall mitprobieren. Besonders die Pommes hatten es ihm angetan. Man könnte inzwischen meinen, Henry führt auf dieser Reise einen internationalen Geschmackstest durch — gestern schottische Crisps, heute britische Fish and Chips.

Jedenfalls war sehr schnell klar: Der Appetit unseres kleinen Mitreisenden wird von Tag zu Tag größer. Wahrscheinlich braucht er bald nicht nur ein neues Armband fürs Schiff, sondern auch eine eigene Portion auf der Speisekarte.

In der City von Liverpool haben wir dann – passend zu Henrys Pullover und seinem heutigen Outfit – tatsächlich Paddington Bär getroffen.
Henry war erst einmal etwas skeptisch, ob der kleine Bär mit Hut und Marmeladenbrot wirklich vertrauenswürdig ist. Während Mama noch versuchte, ihn zum gemeinsamen Foto zu motivieren, saß Paddington ganz entspannt auf der Bank und wartete geduldig.

Irgendwie passte das Bild perfekt zu unserem Tag in Liverpool: ein bisschen britisch, ein bisschen chaotisch und auf jeden Fall ziemlich niedlich.

Natürlich entdeckten wir im Kaufhaus auch sofort die typisch britische Seite von Liverpool: unzählige elegante Hüte und Fascinators in allen Farben und Formen.

Von knalligem Pink über sattes Grün bis hin zu königlichem Dunkelblau war alles dabei. Man hatte direkt das Gefühl, jeden Moment könnte irgendwo eine royale Gartenparty beginnen.

Zum Abschluss unseres Liverpool-Tages haben wir natürlich noch die berühmtesten Söhne der Stadt besucht: die The Beatles. Ein Erinnerungsfoto mit den Beatles gehört hier schließlich fast genauso dazu wie Fish and Chips oder Fußball.

Henry nahm das Ganze allerdings ziemlich entspannt. Ob echte Menschen, Straßenmusiker oder berühmte Statuen — Hauptsache, es gibt etwas zu entdecken. Und weil so ein langer Tag in Liverpool anstrengend ist, gönnte sich der kleine Mann zum Abschluss natürlich noch ein Eis.

Damit war sein persönlicher Höhepunkt des Tages vermutlich gefunden. Fußballstadion schön und gut, Beatles interessant … aber Eis gewinnt am Ende eben doch gegen alles.

Liebe Grüße, Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi.

P.S.: Morgen haben wir wieder einen Seetag.

19. Mai 2026 — Greenock

Als wir heute Morgen aufwachten, war erstmal nicht viel zu sehen. Eigentlich sah alles gleich grau aus – Himmel grau, Meer grau, irgendwo dazwischen vermutlich noch Schottland. Nur ab und zu flog mal eine Möwe vorbei. Die hatte anscheinend bessere Orientierung als wir. Also war erst mal duschen und frühstücken angesagt, in der Hoffnung, dass sich draußen vielleicht doch noch etwas mehr erkennen lässt. Natürlich durfte auch das Zähneputzen von Henry nicht fehlen. Danach bekam er stolz sein T-Shirt angezogen, das ich extra für unseren Urlaub bedruckt hatte.

Nach dem Frühstück ging es mit Henry erst einmal in den Spielkreis. Dort wurde gespielt, geklettert und ein grünes Krokodil ausführlich getestet. Danach machten wir uns wetterfest und liefen bei typisch schottischem Wetter nach Greenock. Also: Regen. Viel Regen. Und zwischendurch zur Abwechslung noch ein bisschen mehr Regen.

Henry fand das Ganze allerdings großartig. Das Regenverdeck seines Kinderwagens klappte durch den Wind ständig auf und zu und er machte begeistert selbst mit. Für ihn war das vermutlich die Attraktion von Greenock schlechthin. Henry ließ sich vom Regen jedenfalls überhaupt nicht beeindrucken. Dick eingepackt im gelben Regenanzug grinste er fröhlich durch Greenock, als wäre genau dieses Wetter extra für ihn bestellt worden.

Übrigens stammt aus Greenock James Watt, der die Dampfmaschine entscheidend verbessert hat. Während die Stadt also Industriegeschichte bietet, beschäftigen wir uns inzwischen eher mit einer anderen schottischen Spezialität: Crisps. So heißen hier nämlich Chips — und davon gibt es in Schottland und Irland gefühlt ungefähr 17.000 Sorten.

Lisa hat daraus mittlerweile eine richtige Urlaubsmission gemacht: In jedem Hafen müssen neue Crisps getestet werden. Heute fiel die Wahl auf „Bangers & Mash“-Geschmack. Also Kartoffelbrei mit Bratwurst als Chip. Man weiß dabei nie so genau, ob das genial oder einfach nur völlig verrückt ist. Wir werden heute Abend den Selbstversuch noch starten.

Danach ging es für uns in die Sport Arena auf dem Schiff. Während draußen der schottische Regen gegen die Fenster prasselte, wurde drinnen ordentlich Gas gegeben.
Es wurde Fußball gespielt, Tischtennis gespielt und sogar die Kletterwand erobert. Henry testete inzwischen alles, was Rollen hatte – vom Roller bis zum Bobbycar. Und als hätte er nie etwas anderes gemacht, düste er geschniegelt durch die Halle, als wäre er schon seit Jahren Profi-Rennfahrer auf hoher See.

Besonders lustig war seine Frisur danach: eine Mischung aus „Ich hatte Spaß“ und „Ich wurde vom Nordseewind persönlich frisiert“.

Zwischendurch wurde natürlich auch fleißig gelaufen, balanciert und ausprobiert. Henry war überall gleichzeitig und hatte sichtbar Freude daran, die Sport Arena Zentimeter für Zentimeter zu erkunden.

Und weil so viel Bewegung bekanntlich hungrig macht, gab es später zur Stärkung noch leckere Chicken Legs. Henry nahm die Sache sehr ernst und prüfte das Hähnchen fachmännisch mit beiden Händen – schließlich muss man auf Kreuzfahrt ja auch die internationalen Spezialitäten testen.

Zum krönenden Abschluss des Tages ging es am Abend noch ins Theater. Dort gab es eine Vorführung mit Dudelsackspielern und traditionellen schottischen Tänzen.

Schon die ersten Töne des Dudelsacks sorgten bei uns für echtes Schottland-Gefühl. Henry war völlig fasziniert von der Musik, den bunten Kostümen und den schnellen Tänzen auf der Bühne. Er schaute aufmerksam zu, wippte begeistert mit und verfolgte alles mit großen Augen.

Damit endete ein Tag voller Bewegung, Spiel, schottischer Eindrücke und natürlich jeder Menge Spaß – genau so, wie man sich einen Urlaubstag auf der Reise durch Schottland vorstellt.

Definitiv brauchte unser Henry ein neues Deck-Armband.
Das alte kämpfte inzwischen sichtbar um sein Leben und schneidet schon leicht ein. Die Kombination aus Kreuzfahrtbuffet, Chicken Legs, Crisps und täglichem „Ich probiere einfach alles“ hat also deutliche Spuren hinterlassen.

Wir vermuten inzwischen: Henry gehört offiziell nicht mehr zum Babyclub, sondern zur kulinarischen Elite der Mein Schiff 2.

Morgen sind wir dann in Liverpool.

Liebe Grüße, Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi

18. Mai 2026 – Belfast und die Titanic

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, um Belfast zu erkunden. Schon die erste Taxifahrt war ein kleines Abenteuer, denn für uns ging es nun erstmals im Linksverkehr durch die Stadt. Mit dem kleinen Henry war das aber überhaupt kein Problem. Er wurde einfach sicher im Kinderwagen angeschnallt und direkt ins Taxi geschoben. Die Taxis hier sind wirklich riesig – da passt gefühlt ein halber Hausstand hinein.

Unser erster Stopp war das beeindruckende Titanic Belfast. Natürlich wollten wir unbedingt sehen, wo die berühmte Titanic gebaut wurde. Leider hatte Henry dazu seine ganz eigene Meinung: Kaum waren wir angekommen, schlief er tief und fest im Kinderwagen ein und verschlief praktisch das komplette Museum. Wahrscheinlich dachte er sich, dass Schiffe anschauen später auf der eigenen Kreuzfahrt reicht.  Trotz allem erhielt Henry ein Zertifikat zur erfolgreichen Abschluss der Familien Challenge im Museum. 

Nicht nur der kleine Henry ist müde

Danach ging es kreuz und quer zu Fuß durch Belfast. Wir liefen durch kleine Straßen, vorbei an alten Gebäuden, modernen Geschäften und natürlich jeder Menge Pubs. Dabei merkte man schnell, dass Belfast irgendwie eine ganz besondere Mischung aus Geschichte, rauem Charme und Herzlichkeit hat.

Gegen 13:30 Uhr legten wir schließlich eine wohlverdiente Mittagspause in einem original irischen Pub ein der zufällig Henry’s hieß. Dunkles Holz, gemütliche Atmosphäre, überall Musik und Menschen, die sich laut lachend unterhielten – genau so, wie man sich einen Irish Pub vorstellt. Während wir Erwachsenen die typisch irische Stimmung genossen, war Henry natürlich wieder hauptsächlich damit beschäftigt, alles genau zu beobachten und freundlich die Menschen um ihn herum anzulächeln.

Nach der ausgiebigen Mittagspause ging es weiter durch Belfast. Wir bummelten von einem Shop zum nächsten, liefen noch einmal quer durch die Innenstadt und sammelten weiter Eindrücke von der nordirischen Hauptstadt. Belfast ist wirklich ganz nett und interessant für einen Tagesausflug – aber ob man hier unbedingt einen kompletten Urlaub verbringen muss, das lassen wir einfach mal so stehen.

Gegen 17:30 Uhr waren wir wieder zurück auf dem Schiff. Für Henry ging es danach natürlich erst einmal zum Spielen, während Thomas und ich uns ganz gemütlich einen Tee gönnten und die Füße hochlegten. Immerhin hatten wir bis dahin schon rund 10 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Und dafür hat der kleine Henry das wirklich großartig gemacht. Kein Gemecker, keine schlechte Laune – er war den ganzen Tag neugierig, aufmerksam und einfach überall mit dabei.

Heute Abend werden Maik und Thomas dann noch ein Guinness trinken, bevor wir uns auch schon wieder von Belfast und damit von Northern Ireland verabschieden. Morgen wartet schon das nächste Abenteuer auf uns.

Liebe Grüße, Lisa, Maik, Henry, Thomas  und Michi

17. Mai 2026 — Zweiter Seetag

Heute war schon unser zweiter Seetag — und die Nordsee blieb weiterhin ihrer wilden Stimmung treu. Das Schiff schaukelte immer noch ordentlich, aber langsam gewöhnt man sich tatsächlich daran. Oder man läuft inzwischen einfach automatisch etwas breiterbeinig durch die Gänge.

Lisa hat das mit dem Seegang wirklich richtig gut gemacht. Auch wenn sie auf die hohen Wellen gut hätte verzichten können, hat sie tapfer durchgehalten und sich den Urlaub nicht verderben lassen.

Der kleine Henry startete heute Morgen dagegen mit Zahnweh in den Tag. Oben kommen tatsächlich gleich vier Zähnchen auf einmal durch. Das tat ihm zeitweise schon ziemlich weh und sorgte für etwas mehr Kuschelbedarf. Am Essen hinderte ihn das selbstverständlich überhaupt nicht. Henry bleibt sich treu: Essen geht einfach immer.

Und heute gab es sogar ein besonderes Highlight für ihn: Henry bekam am Nachmittag sein erstes Eis. Anfangs wurde noch vorsichtig probiert und skeptisch geschaut, aber das hielt nicht lange an. Danach war schnell klar: Eis ist eine hervorragende Erfindung. Entsprechend begeistert wurde weitergeschleckt — sehr zur Freude aller Zuschauer.

Eigentlich hätte Lisa heute Mittag gerne Shuffleboard gespielt, aber daraus wurde leider nichts. Wegen des Wetters waren die Außenbereiche teilweise gesperrt. Die Nordsee hatte heute eindeutig andere Pläne.

Zum Glück zeigte sich gestern Nachmittag das Wetter dafür noch einmal von seiner schönen Seite. Plötzlich kam die Sonne heraus und wir saßen zu viert gemütlich auf unserem Balkon, quatschten, spielten und genossen einfach mal die ruhige Zeit zusammen. Solche Momente sind auf einer Reise oft fast schöner als jeder Ausflug.

Und Henry? Der fand den Balkon natürlich großartig. Von Höhenangst keine Spur. Im Gegenteil — er beobachtete neugierig das Wasser, die Wellen und alles, was draußen vorbeizog. Hauptsache, es gab etwas zu entdecken. Und wenn zwischendurch noch jemand Quatsch mit ihm machte, war die Welt sowieso perfekt.

Thomas und ich, Michi, besuchten außerdem wieder die Lektor-Lesungen an Bord. Das gefällt uns wirklich gut. Man bekommt interessante Informationen über die Reiseziele und gleichzeitig sitzt man gemütlich im Warmen, während draußen Wind und Wellen arbeiten.

Am Abend versuchten Thomas und ich dann noch unser Glück beim Bingo. Voller Hoffnung saßen wir mit unseren Karten da und warteten auf den großen Gewinn. Leider blieb unser Bingo-Erfolg eher überschaubar — gewonnen haben wir nicht. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem.

Thomas und Maik machten sich später am Abend dann noch an die schottischen Spezialitäten und probierten gemeinsam Whisky. Dabei lernten wir offenbar auch direkt eine wichtige schottische Eigenheit: In Schottland schreibt man Whisky tatsächlich ohne „e“. Das zusätzliche „e“ gönnen sich eher die Iren beim Whiskey. Wir vermuten inzwischen: Die Schotten sparen sogar bei den Buchstaben.

Jetzt hoffen wir einfach, dass die Nordsee heute Nacht vielleicht ein kleines bisschen ruhiger wird. Morgen wartet schließlich schon der nächste spannende Tag auf uns.

Liebe Grüße
Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi

16. Mai 2026 Invergordon Schottland

Hallo

Endlich Schottland – und fester Boden unter den Füßen

Das war vielleicht eine Nacht.
Anstatt dass der Sturm nachließ, wurde es draußen immer wilder. Das Schiff arbeitete sich tapfer durch die Nordsee, während es bis morgens um 4:30 Uhr ordentlich schaukelte. Erst dann war der Spuk plötzlich vorbei. Fast so, als hätte jemand den Sturm einfach ausgeschaltet.

Gegen 6 Uhr liefen wir schließlich in Invergordon in Schottland ein – und plötzlich war alles ganz ruhig. Kein Heulen mehr, kein Schwanken, keine gesperrten Außendecks. Stattdessen: frische schottische Luft und ein Hafen, der aussah, als hätte ihn jemand direkt aus einem Bilderbuch ausgeschnitten.

Und Schottland zeigte sich direkt von seiner freundlichen Seite.
Im Laufe des Vormittags wurde das Wetter immer besser und besser. Pünktlich zum Mittag hatten wir sogar strahlenden Sonnenschein. Nach der stürmischen Nacht fühlte sich das fast ein bisschen unwirklich an.

Direkt nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß auf den Weg in den kleinen Ort Invergordon. Wirklich groß ist der Ort nicht – ungefähr 4000 Einwohner leben hier. Wenn allerdings ein Kreuzfahrtschiff anlegt, verdoppelt sich die Einwohnerzahl vermutlich schlagartig. Man hat fast das Gefühl, dass plötzlich mehr Kameras, Regenjacken und Kreuzfahrt-Ausweise unterwegs sind als echte Schotten.

Invergordon selbst wirkt ruhig, gemütlich und irgendwie entschleunigt. Kleine Häuser, wenig Verkehr, freundliche Menschen und diese typisch schottische Atmosphäre zwischen Hafen, Highlands und einer guten Tasse Tee. Genau der richtige Ort, um nach einer stürmischen Nacht erst einmal wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren.

Wir hatten uns übrigens schon im Vorfeld bewusst entschieden, in Invergordon zu bleiben und keinen großen Ausflug zu buchen. Natürlich lockt hier fast überall Werbung für Loch Ness und Nessie. Aber wenn man ehrlich ist: Über eine Stunde Busfahrt hin, dort etwas herumlaufen, vielleicht einmal auf den berühmten See schauen – und dann wieder über eine Stunde zurückfahren. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet wir Nessie treffen würden, dürfte ungefähr genauso hoch sein wie ruhige Nordsee bei Sturmwarnung.

Also blieben wir lieber entspannt im Ort.

Statt Monsterjagd stand bei uns eher die Jagd nach Souvenirs auf dem Programm. Die kleinen Geschäfte wurden gründlich durchstöbert und natürlich durfte für Henry eine kleine Nessie nicht fehlen. Ein schottisches Mitbringsel muss schließlich sein.

Thomas und Maik konzentrierten sich dagegen eher auf die kulinarischen Spezialitäten des Landes. Es gab Würstchen im Blätterteig, irgendwelche süßen Cremekringel und allerlei Dinge, bei denen man besser nicht zu genau nach den Kalorien fragt.

Doch damit nicht genug.
Plötzlich erklärten die beiden völlig ernsthaft Lisa und mir, dass sie „unbedingt noch einen Döner in Schottland testen müssten“. Rein wissenschaftlich natürlich. Man wolle schließlich herausfinden, ob ein schottischer Kebab genauso schmeckt wie zuhause.

Das Ergebnis der Studie: gegessen wurde auf jeden Fall alles.

Und Henry?
Henry musste selbstverständlich überall mitprobieren. Ob Cremekringel oder Döner – sobald irgendwo Essen auftauchte, war Henry sofort dabei. Dieser kleine Mann hat eindeutig beschlossen, dass Urlaub hauptsächlich aus Essen, Staunen und guter Laune besteht.

Besonders begeistert war er allerdings von den Möwen. Sobald irgendwo eine auftauchte, zeigte er sofort mit seinem kleinen Finger darauf und wollte unbedingt näher hin. Papa Maik hatte dabei mindestens genauso viel Spaß wie Henry.

Zum Glück hatte ich Maik bereits beim Frühstück überredet, ein Stück Brot mitzunehmen. Rein vorsorglich natürlich. Falls man „zufällig“ ein paar Möwen anlocken müsste. Und sagen wir mal so: Das Brot blieb nicht lange unangetastet.

Kurz nach 13 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Schiff.
Nach dem kleinen Spaziergang durch Invergordon, den Souvenirs, den Möwen und den ausgiebigen kulinarischen „Tests“ waren inzwischen alle ein wenig müde geworden.

Deshalb stand jetzt erst einmal das Wichtigste des Tages auf dem Programm: Mittagsschlaf.

Während draußen inzwischen die Sonne schien und Schottland sich plötzlich von seiner schönsten Seite zeigte, wurde es auf der Kabine erstaunlich ruhig. Selbst der kleine Henry, der vorher noch jede Möwe persönlich begrüßen wollte, brauchte nun dringend eine Pause.

Und ehrlich gesagt: Nach der stürmischen Nacht hatten sich nicht nur die Kleinen etwas Erholung verdient.

Am Nachmittag hatte Maik für Lisa noch eine kleine Überraschung organisiert. Er hatte ihr eine Massage gebucht. Muskelkater vom gestrigen Spinningkurs hatte sie zwar keinen, aber Maik war der Meinung, dass eine Massage auf einem Kreuzfahrtschiff. einfach immer eine gute Idee ist. Und ehrlich gesagt hatte er damit auch recht.

Während Lisa entspannt wurde, haben wir Drei uns um den kleinen Henry gekümmert. Erst ging es natürlich wieder etwas essen – Henry ist inzwischen vermutlich der jüngste Vielfraß der Nordsee – und danach noch ins Spielparadies. Dort konnte er sich austoben, lachen und alles erkunden. Für Henry ist hier wirklich jeder Tag ein kleines Abenteuer.

Bevor wir wieder zurück aufs Schiff gingen, versuchte sich Maik noch als Möwenflüsterer. Mit einem Stück Brot in der Hand stand er da, wedelte damit herum und hoffte, dass die Möwen mutig genug wären, ihm das Brot direkt aus der Hand zu fressen. Aber Fehlanzeige. Die schottischen Möwen schienen dafür entweder zu höflich oder einfach zu satt zu sein. Das funktioniert anscheinend nur bei uns zu Hause und nicht in Schottland.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir dann ganz schottisch beim Dartspielen. Allerdings nicht gemütlich in einem urigen Pub irgendwo in den Highlands, sondern natürlich ganz stilvoll mitten auf der Mein Schiff 2. Gefehlt hat eigentlich nur noch ein Dudelsackspieler neben der Dartscheibe.

Jetzt schauen wir uns gleich noch das Auslaufen an, bevor der Tag langsam endet. Morgen wartet wieder ein Seetag auf uns. Leider sind erneut höhere Wellen angekündigt. Die Nordsee scheint uns unbedingt zeigen zu wollen, dass sie nicht nur hübsch aussehen, sondern auch ordentlich schaukeln kann.

Aber auch das werden wir wieder gut überstehen, auch wenn Lisa darauf ehrlich gesagt nicht besonders viel Lust hat.

Wir melden uns dann wieder von Bord – wenn wir das Schaukeln überstanden haben.

Liebe Grüße, Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi

15. Mai 2026 – Erster Seetag

Die Nordsee zeigte sich an unserem ersten Seetag leider alles andere als freundlich. Schon gestern Abend nach dem Auslaufen aus Hamburg merkte man, dass diese Reise etwas bewegter werden könnte – doch im Laufe des Tages entwickelte sich daraus ein richtiger Sturm.

Die See wurde immer rauer, die Wellen erreichten teilweise fünf bis sechs Meter Höhe und dazwischen kamen immer wieder einzelne besonders heftige Brecher. Man spürte deutlich, wie die Mein Schiff 2 gegen die Wellen arbeitete.

Aus Sicherheitsgründen wurden nach und nach die Außenbereiche gesperrt. Die Pools wurden geschlossen und vorne am Bug durfte sich niemand mehr aufhalten. Viele Gäste beobachteten das Wetter deshalb lieber von innen.

Wir waren währenddessen bei einer Lesung im Theater – und das befindet sich ganz vorne im Bug des Schiffes. Genau dort bekam man die Bewegungen besonders intensiv mit. Immer wieder merkte man, wie das Schiff in die Wellen eintauchte und anschließend hart auf das Wasser aufschlug. Teilweise ging ein richtiges Raunen durchs Publikum, wenn wieder eine besonders starke Welle erwischt wurde.

Für manche Gäste wurde die Überfahrt zu viel. Einige mussten Veranstaltungen verlassen und auf dem ganzen Schiff wurden vorsorglich Spuckbeutel verteilt. Selbst die Abendveranstaltungen im Theater wurden wegen des Wetters verschoben.

Aber immerhin: Wir fünf haben uns tapfer gehalten und waren erstaunlich seefest.

Das Highlight des Tages war trotzdem eindeutig Lisa.

Sie hatte sich nämlich schon von zu Hause aus für einen Spinning-Kurs angemeldet. Trotz Sturm und schwankendem Schiff ging es dann von 16 bis 17 Uhr aufs Fahrrad. Der Kurs wurde tatsächlich nicht abgesagt – obwohl draußen die Nordsee tobte.

Die ersten 15 Minuten waren wohl ziemlich anstrengend, aber dann hatte sie sich eingefahren. Und man glaubt es kaum: Sie zog die komplette Stunde durch.

Auch Henry hatte seinen ganz eigenen Seetag. Nach seinem Mittagsschlaf – und der dauerte stolze zwei Stunden – verbrachte er viel Zeit im „Nestchen“, dem Spielbereich für die kleinen Gäste an Bord. Außerdem besuchte er einen Spieltreff, bei dem die Kleinsten sich kennenlernen konnten.

Und weil der Mittagsschlaf offenbar genau die richtige Entscheidung war, hatte Henry am Abend nochmal richtig Energie.

Also ging es zur Familien-Disco.

Henry entwickelte sich dort endgültig zum kleinen Tanzbären. Sobald irgendwo Musik lief, fing sein ganzer kleiner Körper sofort an zu wippen. Egal ob Beine, Arme oder Windelpo – irgendetwas bewegte sich immer im Takt.

Lisa und Maik beendeten die Kinderdisco dann allerdings schon nach drei Liedern wieder. Nicht weil Henry keinen Spaß hatte – eher im Gegenteil. Der kleine Mann drehte gerade erst richtig auf, und eigentlich war es schon längst Zeit fürs Bett.

Mit einem übermüdeten, tanzenden Einjährigen wollte vermutlich niemand ausprobieren, wie lang so ein Abend auf einer stürmischen Nordsee noch werden kann.

Morgen soll uns Schottland hoffentlich etwas freundlicher empfangen als die stürmische Nordsee heute.

Wir freuen uns auf unser erstes Ziel in den Highlands: Invergordon.

Gute Nacht und liebe Grüße von
Lisa, Maik und dem kleinen Tanzbären Henry
sowie Thomas und Michi 

5. Dezember 2025 – La Romana, Dominikanische Republik

Hallo

Unsere Reise führte uns zum ersten Mal nach Mittelamerika – und mit Cartagena auch zum ersten Mal nach Südamerika. Auf Jamaika wurde noch viel über Hurrikan Melissa gesprochen, der rund drei Wochen zuvor über die Insel hinweggezogen war. Für unsere Reise spielte er keine Rolle mehr, aber die Spuren und Geschichten waren noch deutlich präsent.

In Jamaika fanden wir freundliche Menschen, entspannte Stimmung und überall Hinweise auf den Sturm, der Wochen zuvor durchgezogen war. Costa Rica war grün, lebendig, mit Brüllaffen direkt in den Bäumen. In Panama sahen wir eindrucksvolle Schleusen, Wasserwege und viel Technik. Honduras (Roatán) war Karibik pur und wir hatten einen Monkey Lala, der es in die Top-Erinnerungen geschafft hat. In Mexiko (Costa Maya) sahen wir farbenfrohes Treiben, Märkte und Küstenflair, nicht so ganz unsere Welt. Kolumbien (Cartagena) – unser erstes Mal Südamerika war heiß, laut, chaotisch, beeindruckend. Die Dominikanische Republik bot und ein ruhiger Ausklang in La Romana.

Unterwegs sahen wir Tiere, die wir bisher nur aus Bildern kannten: Tukane, Brüllaffen, Flamingos, einen Ameisenbär und sogar einen weißen Pfau. Die Seetage boten Erholung: Balkon, Vorträge, Tucholsky-Gedichte – und die sehr gemütliche Möglichkeit, die Speisekarten abends direkt vom Bett aus zu studieren.

Unser Fazit: Eine abwechslungsreiche, tolle Reise mit vielen Premieren geht heute ganz gemütlich zu Ende. Wir haben jeden Tag genossen. 14:30 Uhr verlassen wir das Schiff und starten um 17:00 Uhr in Richtung zu Hause. Wir werden morgen früh am Nikolaustag in Frankfurt landen und hoffen, dass Nikolaus uns am Abend zu Hause findet.

Vielen Dank, dass ihr uns begleitet habt.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

4. Dezember – Faulenzen auf hoher See

Hallo

Heute war unser letzter Seetag. Wir sind unterwegs nach La Romana, wo wir morgen früh ankommen werden. Dort bleiben wir den ganzen Vormittag und Mittag, bevor uns um 14:30 Uhr ein Bus zum Flughafen bringt.

Zum ersten Mal seit Tagen haben wir richtig ausgeschlafen. Also… fast. In Wahrheit war es 6:00 Uhr, aber durch die Zeitumstellung wurde daraus offiziell 7:00 Uhr. Klingt direkt nach einem kleinen Erholungswunder. Danach haben wir noch ein bisschen im Bett gegammelt und sind später gemütlich frühstücken gegangen.

Den Vormittag haben wir ganz entspannt auf dem Balkon verbracht, waren bei der nautischen Fragestunde mit dem Kapitän, haben in der Sonne zu Mittag gegessen und uns Gedichte angehört – mehrere humorvolle von Kurt Tucholsky, darunter auch „Das Loch“, das wirklich richtig gut war. Danach ging es zurück aufs Zimmer, wieder entspannen. Ein klassischer Seetag.

Auch eine Vorlesung über La Romana haben wir besucht, haben weiter entspannt und zwischendurch – wie es sich für einen Seetag gehört – natürlich etwas gegessen. Jo

Menüplanung für Fortgeschrittene

Eines der Highlights des Urlaubs war: Wir können die Speisekarten der Restaurants direkt vom Bett aus anschauen. Liegend entscheiden, sitzend essen, möglichst nichts riskieren – unsere neue Urlaubstaktik. Wir scrollen also gemütlich unter der Bettdecke durch alle Menüs und wählen hochprofessionell das Restaurant aus, in dem wir heute Abend essen werden. Wer braucht Schritte, wenn man WLAN hat? Für uns ist das die ultimative Form von Komfort: Gastronomische Planung im Horizontalmodus.

Jetzt müssen langsam die Koffer gepackt werden, aber vorher gibt es noch einen Kaffee. Diesen letzten Seetag haben wir genauso genossen wie den gesamten Urlaub. Heute hatten wir endlich Zeit, alles noch einmal Revue passieren zu lassen.

Unser Fazit: Es hat uns richtig, richtig gut gefallen. Für uns gab es viel Neues. Wir waren das erste Mal in Mittel- und Südamerika und haben Tiere gesehen, die wir vorher nur aus Bildern kannten. Es war intensiv, spannend und wunderschön.

Und morgen genießen wir den letzten Tag noch in der Dominikanischen Republik – in La Romana und an Bord – bevor es dann am Nachmittag zum Flugzeug geht.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

3. Dezember – Cartagena (Kolumbien)

Heute sind wir in Cartagena, Kolumbien – unser erstes Mal in Südamerika. Um 6:00 Uhr wurden wir bereits mit 28 °C geweckt. Wir haben draußen gefrühstückt und die warme Luft am Morgen genossen.

Das war’s dann allerdings auch schon mit der Ruhe.

Was soll man sagen über Kolumbien? Heiß. Stickig. Bunt. Laut. Farbenfroh. Trubelig. Stressig. Lebensfroh. Viel Verkehr, viel Gehupe. Witzig, wunderbar, wunderschön – und gleichzeitig eine ziemliche Herausforderung. Die Menschen sind freundlich, offen, voller Energie.

Um 9:30 Uhr ging es für uns in die Innenstadt – durch einen Verkehr, den man eigentlich erlebt haben muss, um ihn zu glauben. Autolawinen, Motorräder, hupende Kolonnen, Abgase, Gewusel. Alles gleichzeitig. Im Taxi eine drückende Hitze, wie im Backofen. Bis wir ausgestiegen sind, waren wir verschwitzt und halb am Verdursten.

In der Altstadt wurde es nicht ruhiger. Cartagena ist ein einziges Gewusel, alles bunt, alles lebhaft, alles laut. Nach zwei Minuten bekam Thomas schon das erste Kokain-Angebot. Straßenverkäufer überall. Keine Minute vergeht, ohne dass jemand etwas verkaufen möchte. Ein „Nein, danke“ reicht – aber es gibt eben viele davon. Sehr viele.

Wir wollten in einem Straßencafé kurz durchatmen. Die Idee war gut, die Umsetzung schwierig. Während wir unsere Cola tranken, hätten wir locker den kompletten Wocheneinkauf erledigen können, ohne vom Tisch aufzustehen. Von Hüten über Handtaschen bis Obst und Armbändern: Alles kam zu uns. Ein Service der besonderen Art.

Die einzige echte Pause war die Pippipause. Im Lokal gab es ein Gebläse in der Toilette, das so stark war, dass ich danach ernsthaft eine Bürste gebraucht hätte. Verrückt, aber irgendwie auch wieder typisch für diesen Tag.

Wir liefen weiter durch die Stadt – immer heißer, immer lauter, immer bunter. Wunderschön, aber auch zunehmend anstrengend. Gegen 13:00 Uhr sagte ich zu Thomas: „Jetzt reicht’s. Ich kann nicht mehr.“ Also riefen wir ein Taxi und ließen uns zurück zum Hafen bringen.

Dort erwartete uns ein kleines Wunder: ein Tierbereich direkt im Hafenterminal. Wir haben zum ersten Mal einen Ameisenbär gesehen – beeindruckendes Tier! Einen weißen Pfau ebenfalls zum ersten Mal. Und überall liefen Papageien, Affen, Schildkröten und Flamingos herum. Zwar war alles eingezäunt, aber innerhalb dieses Bereichs bewegten sie sich frei. Die Papageien hatten nicht einmal ein Dach über sich und hätten jederzeit wegfliegen können – taten sie aber nicht. Es war richtig schön nach dem Stadtchaos.

Zurück auf dem Schiff gönnten wir uns einen Döner und entspannten danach noch auf dem Sonnendeck. Morgen ist Seetag – und den brauchen wir wirklich dringend. Am Freitagabend geht es dann schon zurück nach Hause.

Unser erstes Mal Südamerika hat uns schwer beeindruckt. Intensiv, besonders, wunderschön – und definitiv anstrengend. Cartagena war ein Erlebnis, das wir nicht vergessen werden. Gerne kämen wir auch wieder.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

2. Dezember – Oh wie schön ist Panama

Hallo

Heute war Panama-Tag. Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr, um 5:30 Uhr frühstückten wir, und um 6:15 Uhr verließen wir das Schiff. Der Liegeplatz lag in Colón – ein alter, einmal abgebrannter und sehr armer Stadtteil.

Unsere heutigen Guides, Elias und Clara, beide gerade mit dem Abitur fertig, verbringen ein Freiwilligenjahr in Panama. Heute hatten sie ihre erste Tour – nervös, aber herzlich und sehr bemüht. Die einstündige Fahrt nach Panama City nutzten sie für viele Fakten, die sie sich für diesen Tag einstudiert hatten. Auf dem Weg in die Hauptstadt überquerten wir die Atlantikbrücke. Ein beeindruckendes modernes Bauwerk, das den Atlantik-Zugang des Kanals überspannt. Unser Busfahrer war unglaublich freundlich und machte eine kleine Ausnahme: Er hielt kurz auf der Brücke an, damit wir ein Foto machen konnten.

In Panama City treffen moderne Wolkenkratzer auf historische Altstadtgassen. Dazwischen immer wieder indigene Gruppen, die ihre Kultur sichtbar leben. Elias und Clara zeigten uns die wichtigsten Ecken der Altstadt – und zu jeder gab es eine kleine Geschichte. Während die Guides erklärten, interessierte Thomas und zwei andere Gäste vor allem eines: wie erkennt man einen echten Panama-Hut, ist er bezahlbar – und wo bekommt man ihn? Unsere Guides nahmen das sportlich und führten uns zu einem passenden Geschäft, in dem wir zwei Hüte bekamen und wir finden, sie kleiden uns gut.

Danach ging es zu den Schleusen des Panamakanals. Erster Halt waren die modernen Agua-Clara-Schleusen, Teil der großen Kanalerweiterung. Riesig, technisch beeindruckend – aber das Schiff, das wir sehen wollten, war leider schon fast durch, obwohl wir gute 700 Meter die Brücke hinuntergeeilt sind. Blöd, dass wir diese Brücke auch wieder hochgehen mussten. Elias und Clara entschieden deshalb, uns noch zu den historischen Gatún-Schleusen zu bringen. Diese ältere Anlage war für uns eindeutig der interessantere Besuch, denn es gab mehr zu sehen. Das Wetter war heute nicht so super. Zwei-, dreimal Regen, ansonsten dichte Wolken – aber trotzdem rund 30 Grad und drückend feucht. Am Abend genossen wir das Auslaufen aus dem Hafen in Panama besonders. Viele Schiffe, viel Bewegung. Auf den Fotos wirkt es wegen des Regens eher unscheinbar, aber die Erinnerung bleibt.

Panama hat uns beeindruckt: die Vielfalt, die Stadt, der Kanal, die Menschen. Ein Land, das wir definitiv noch einmal besuchen möchten, es war unser erstes Mal am Pazifik. Morgen bei unserem nächsten Stopp in Kolumbien werden wir zum ersten Mal in Südamerika sein.

Liebe Grüße, bis bald, Michi und Thomas