
Als wir heute Morgen aufwachten, war erstmal nicht viel zu sehen. Eigentlich sah alles gleich grau aus – Himmel grau, Meer grau, irgendwo dazwischen vermutlich noch Schottland. Nur ab und zu flog mal eine Möwe vorbei. Die hatte anscheinend bessere Orientierung als wir. Also war erst mal duschen und frühstücken angesagt, in der Hoffnung, dass sich draußen vielleicht doch noch etwas mehr erkennen lässt. Natürlich durfte auch das Zähneputzen von Henry nicht fehlen. Danach bekam er stolz sein T-Shirt angezogen, das ich extra für unseren Urlaub bedruckt hatte.


Nach dem Frühstück ging es mit Henry erst einmal in den Spielkreis. Dort wurde gespielt, geklettert und ein grünes Krokodil ausführlich getestet. Danach machten wir uns wetterfest und liefen bei typisch schottischem Wetter nach Greenock. Also: Regen. Viel Regen. Und zwischendurch zur Abwechslung noch ein bisschen mehr Regen.

Henry fand das Ganze allerdings großartig. Das Regenverdeck seines Kinderwagens klappte durch den Wind ständig auf und zu und er machte begeistert selbst mit. Für ihn war das vermutlich die Attraktion von Greenock schlechthin. Henry ließ sich vom Regen jedenfalls überhaupt nicht beeindrucken. Dick eingepackt im gelben Regenanzug grinste er fröhlich durch Greenock, als wäre genau dieses Wetter extra für ihn bestellt worden.




Übrigens stammt aus Greenock James Watt, der die Dampfmaschine entscheidend verbessert hat. Während die Stadt also Industriegeschichte bietet, beschäftigen wir uns inzwischen eher mit einer anderen schottischen Spezialität: Crisps. So heißen hier nämlich Chips — und davon gibt es in Schottland und Irland gefühlt ungefähr 17.000 Sorten.

Lisa hat daraus mittlerweile eine richtige Urlaubsmission gemacht: In jedem Hafen müssen neue Crisps getestet werden. Heute fiel die Wahl auf „Bangers & Mash“-Geschmack. Also Kartoffelbrei mit Bratwurst als Chip. Man weiß dabei nie so genau, ob das genial oder einfach nur völlig verrückt ist. Wir werden heute Abend den Selbstversuch noch starten.
Danach ging es für uns in die Sport Arena auf dem Schiff. Während draußen der schottische Regen gegen die Fenster prasselte, wurde drinnen ordentlich Gas gegeben.
Es wurde Fußball gespielt, Tischtennis gespielt und sogar die Kletterwand erobert. Henry testete inzwischen alles, was Rollen hatte – vom Roller bis zum Bobbycar. Und als hätte er nie etwas anderes gemacht, düste er geschniegelt durch die Halle, als wäre er schon seit Jahren Profi-Rennfahrer auf hoher See.
Besonders lustig war seine Frisur danach: eine Mischung aus „Ich hatte Spaß“ und „Ich wurde vom Nordseewind persönlich frisiert“.
Zwischendurch wurde natürlich auch fleißig gelaufen, balanciert und ausprobiert. Henry war überall gleichzeitig und hatte sichtbar Freude daran, die Sport Arena Zentimeter für Zentimeter zu erkunden.



Und weil so viel Bewegung bekanntlich hungrig macht, gab es später zur Stärkung noch leckere Chicken Legs. Henry nahm die Sache sehr ernst und prüfte das Hähnchen fachmännisch mit beiden Händen – schließlich muss man auf Kreuzfahrt ja auch die internationalen Spezialitäten testen.

Zum krönenden Abschluss des Tages ging es am Abend noch ins Theater. Dort gab es eine Vorführung mit Dudelsackspielern und traditionellen schottischen Tänzen.
Schon die ersten Töne des Dudelsacks sorgten bei uns für echtes Schottland-Gefühl. Henry war völlig fasziniert von der Musik, den bunten Kostümen und den schnellen Tänzen auf der Bühne. Er schaute aufmerksam zu, wippte begeistert mit und verfolgte alles mit großen Augen.
Damit endete ein Tag voller Bewegung, Spiel, schottischer Eindrücke und natürlich jeder Menge Spaß – genau so, wie man sich einen Urlaubstag auf der Reise durch Schottland vorstellt.

Definitiv brauchte unser Henry ein neues Deck-Armband.
Das alte kämpfte inzwischen sichtbar um sein Leben und schneidet schon leicht ein. Die Kombination aus Kreuzfahrtbuffet, Chicken Legs, Crisps und täglichem „Ich probiere einfach alles“ hat also deutliche Spuren hinterlassen.
Wir vermuten inzwischen: Henry gehört offiziell nicht mehr zum Babyclub, sondern zur kulinarischen Elite der Mein Schiff 2.

Morgen sind wir dann in Liverpool.
Liebe Grüße, Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi