Heute Morgen haben wir richtig lange geschlafen – bis 6:30 Uhr. Danach haben wir ganz gemütlich gefrühstückt.



Heute waren wir nur zu viert unterwegs, denn Maika und Robert hatten in ihrem Honeymoon-Paket eine Katamaranfahrt dabei. Also machten sich Heiko, Heidrun, Thomas und ich auf eigene Faust auf den Weg nach Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius.
Und das Ganze war ein echtes Schnäppchen: Wir nahmen einfach den ganz normalen Linienbus. Für die gut einstündige Fahrt zahlten wir gerade einmal 48 Rupien pro Person – umgerechnet etwa 88 Cent. Wobei „Linienbus“ hier nicht ganz das Gleiche bedeutet wie bei uns zu Hause. Die Busse sind ziemlich alt, ein bisschen schmuddelig und bei der Federung hat man offenbar irgendwann beschlossen: Die Fahrgäste können ruhig merken, wenn die Straße ein Schlagloch hat. 😄 Aber genau das machte die Fahrt auch irgendwie besonders. Man sitzt mitten zwischen den Einheimischen und bekommt unterwegs viel vom ganz normalen Alltag auf Mauritius mit.

Den ganzen Nachmittag bis etwa 16:30 Uhr machten wir dann Port Louis unsicher. Wir schlenderten über die Märkte, bummelten an der Waterfront entlang, gingen shoppen und kauften natürlich auch ein paar Souvenirs.





Natürlich durfte auch das Blue Penny Museum nicht fehlen. Dort sahen wir uns die berühmte Blaue Mauritius und ihre rote Schwester an. Die beiden Briefmarken stammen aus dem Jahr 1847 und gehören zu den bekanntesten Briefmarken der Welt. Berühmt wurden sie unter anderem durch den Aufdruck „Post Office“ statt „Post Paid“. Von der roten One-Penny-Marke und der blauen Two-Pence-Marke existieren heute nur noch sehr wenige Exemplare. Im Museum werden jeweils eine rote und eine blaue Marke gezeigt – die beiden Exemplare wurden 1993 zusammen für rund 1,5 Millionen Euro erworben. Schon verrückt, was so ein winziges Stück Papier wert sein kann.

Auch die berühmte Pferderennbahn Champ de Mars wollten wir uns ansehen. Und kaum standen wir dort, gab es für Heiko kein Halten mehr: Er galoppierte kurzerhand selbst los. 😂 Für ein paar Sekunden hatten wir also unser ganz persönliches Pferderennen in Port Louis – nur ganz ohne Pferd. Der Mann braucht offensichtlich keine Startnummer, nur genug freie Fläche.

Zwischendurch gingen wir auch in eine Kirche. Und dort begann dann eine ganz besondere Mission: die Suche nach einer Toilette. Wir hatten den Tipp bekommen, dass es in der Kirche eine geben sollte. Also fragten wir eine Frau, die dort gerade sauber machte. Sie erklärte uns, wir müssten hinten aus der Kirche hinaus und im gegenüberliegenden Gebäude beim Sekretariat nachfragen.
Gesagt, getan. Dort ging dann tatsächlich eine Frau mit uns zu einer Tür – allerdings nicht zu irgendeiner Tür. Diese Toilette war gefühlt besser gesichert als so mancher Tresor. Dreifach abgeschlossen! 😂 Sie schloss alles auf und tatsächlich: Wir durften hinein.
Das Thema Toiletten ist hier auf Mauritius überhaupt so eine Sache. Zumindest nach unseren bisherigen Erfahrungen findet man im öffentlichen Bereich nur sehr wenige. Wenn man eine findet, ist sie leider oft nicht besonders sauber – und Toilettenpapier sollte man vorsichtshalber selbst dabeihaben. Im Hotel ist das natürlich überhaupt kein Problem. Aber unterwegs gilt inzwischen fast schon: Wer eine saubere Toilette findet, hat einen kleinen Hauptgewinn gezogen. 😄
Nach so viel Kultur, Shopping, Pferderennen und Toiletten-Abenteuer hatten wir uns ein Mittagessen wirklich verdient. An der Waterfront fanden wir ein schönes Lokal und aßen dort richtig lecker. Mit Blick auf das Wasser ließ es sich natürlich besonders gut aushalten.
Danach ging es weiter durch Port Louis, noch ein bisschen schauen, stöbern und das bunte Treiben genießen.










So verging der Nachmittag wie im Flug, und gegen 16:30 Uhr machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg. Port Louis war laut, quirlig, bunt und ganz anders als unser bisheriges Mauritius – und genau deshalb richtig spannend.
Maika und Robert hatten heute ja ihren Honeymoon-Ausflug mit dem Katamaran und am Abend wartete noch ein ganz besonderes Highlight auf sie: ein Candlelight-Dinner direkt am Strand. Natürlich hatten wir uns vorgenommen, dieses romantische Dinner ein kleines bisschen zu „crashen“. 😄
Heiko zog dafür noch einmal sein Baströckchen an, wir bemalten Teller, setzten Hütchen auf und machten uns entsprechend schick. Heiko servierte uns dann in voller Montur sogar noch Cola. Das Ganze war schon ziemlich lustig – wahrscheinlich nicht ganz die romantische Überraschung, die Maika und Robert bei einem Candlelight-Dinner erwartet hatten. 😂




Danach ließen wir den Abend noch ganz gemütlich gemeinsam ausklingen. Morgen verbringen wir noch einmal unseren letzten gemeinsamen Tag zu sechst, bevor sich unsere Wege übermorgen trennen. Ein bisschen schade ist das schon – wir hatten zusammen wirklich unglaublich viel Spaß.
Liebe Grüße Michi und Thomas