Karibik 2013 – Unser erstes großes Abenteuer

Michi & Thomas | 24. Januar bis 9. Februar 2013 – rekonstruiert aus den ursprünglichen Reise-E-Mails.

Karibisches Strandmotiv
Karibik – Symbolbild aus unserer Mediathek

Vorwort – Ein Tagebuch aus der Vergangenheit

Es gibt Reisen, an die erinnert man sich noch viele Jahre später. Unsere Karibikkreuzfahrt im Januar und Februar 2013 war eine solche Reise. Zum ersten Mal waren wir in der Karibik und schickten regelmäßig E-Mails an Familie und Freunde. Damals war kostenloses WLAN auf den Inseln noch eine kleine Schatzsuche. Viele Jahre später sind die Nachrichten wieder aufgetaucht – und mit ihnen unsere Begeisterung und unser Humor.

24. Januar – Endlich geht es los!

Susanne brachte uns zum Bahnhof nach Mannheim, wo es mächtig kalt war. Nach ungefähr drei Stunden im ICE und einer weiteren Stunde S-Bahn erreichten wir die Gegend um den Münchner Flughafen. Wir übernachteten im Holiday Inn Express in Oberding-Schwaig; die Übernachtung mit Frühstück und Flughafentransfer kostete 119 Euro. Am nächsten Morgen sollte unser Flug in die Dominikanische Republik starten.

25. Januar – Karibik, wir sind da!

Nach dem Frühstück und mehreren Telefonaten mit Lisa und Susanne hob unser Flugzeug um 10:45 Uhr ab. Um 16:25 Uhr Ortszeit landeten wir in La Romana. Wir waren noch nie in der Dominikanischen Republik und noch nie in der Karibik gewesen! Busse brachten uns direkt zur Mein Schiff 1, die Koffer sollten vor unserer Kabine warten. Das Zimmer gefiel uns sofort, und der Kabinensteward richtete die Betten als Doppelbett her. Nach dem Abendessen im Atlantik stand die Seenotrettungsübung an. Für die Willkommensparty waren wir danach viel zu müde.

26. Januar – Unser erster Sonnenaufgang auf See

Um 3:30 Uhr waren wir wach: Unsere innere Uhr war noch in Deutschland. Gegen 5:30 Uhr standen wir auf, und um 7:08 Uhr bestaunten wir den ersten karibischen Sonnenaufgang. Nach dem ersten gab es noch ein ausgiebiges zweites Frühstück. Anschließend lagen wir auf dem Sonnendeck, Thomas holte Kaffee, und das Schiff nahm Kurs auf Aruba. Die Naschbar hatten wir übrigens schon entdeckt.

Tag 2 – Aruba: Der erste Traumstrand

Nach dem Frühstück liefen wir in die Stadt und fanden ein Starbucks, in dem viele Urlauber mit ihren Laptops eine Internetverbindung suchten. Eine Bedienung trug einen Zettel auf der Stirn, der Hilfe bei Internetproblemen für einen Dollar anbot. An der Hafenpromenade sahen wir frei lebende Leguane. Am Mittag ging es zum Eagle Beach: weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und eine enorme Hitze. Nach etwa drei Stunden fuhren wir zurück; die Taxifahrten kosteten zehn Dollar je Richtung. Abends aßen wir Fisch bei Gosch und tranken Cocktails in der TUI-Bar. Außerdem hatten sich offenbar unsichtbare Tierchen im Schrank eingenistet, die nachts die Kleidung enger nähten.

Tag 3 – Curaçao: Farben, Musik und ein Weihnachtsmann

Willemstad auf Curaçao
Curaçao: Willemstad. Foto: Celerik / Wikimedia Commons, CC BY-SA.

Gemeinsam mit einem iranischen Ehepaar erkundeten wir Curaçao. Schon am Hafen fielen uns die gelben, orangen und blauen Häuser auf. Bunt gekleidete Menschen und Musik machten die Stadt lebendig. Wir staunten über die schwimmende Brücke, die für Schiffe zur Seite schwenkte. Ein Mann mit langem grauem Bart behauptete, der echte Weihnachtsmann zu sein. Nach vielen Schritten gab es Mittagessen und Mittagsschlaf an Bord. Für den Abend war eine Poolparty mit Schokoladenfrüchten geplant. Die Curaçao-Liköre sahen wir uns an, probierten sie aber nicht.

Tag 4 – Ein Seetag zum Genießen

An Bord wurde einiges angeboten: Kochkurse, Bingo, Musik, Vorträge, zwei Pools und drei Whirlpools. Der Seegang machte das Schwimmbecken fast zu einem Wellenbad. Wir gingen sogar ins Fitnessstudio und strampelten auf einem Ergometer mit Blick aufs Meer. Nach ungefähr zehn Minuten beschlossen wir allerdings, lieber essen zu gehen. Die abendlichen Shows verloren häufig gegen gutes Essen, Gespräche und Cocktails.

Tag 5 – St. Lucia: Karibik, wie wir sie uns erträumt hatten

St. Lucia begeisterte uns mit Farben, Leben und beeindruckender Natur. Die Marigot Bay war eine wunderschöne Bucht, in der wir uns gut vorstellen konnten, einfach zu bleiben. Auch die Hauptstadt bot viele Eindrücke. Ein kleiner, fast menschenleerer Strand gefiel uns sehr. In der Nacht hatten wir Lisa zum Geburtstag gratulieren können. Unsere geheimnisvollen Kleiderschrankbewohner waren immer noch nicht gefasst.

Tag 6 – Grenada: Die Insel der Gewürze

Schon beim Verlassen des Schiffes roch es nach Gewürzen. Mit einem Taxi erkundeten wir die Insel auf eigene Faust, kauften Gewürze, besuchten einen Wasserfall und auch ein weniger beeindruckendes Fort. Danach wartete ein herrlicher Strand. Gegen 18 Uhr legte das Schiff ab und nahm Kurs auf Barbados. Der Seegang war deutlich zu spüren – vielleicht spielte aber auch der eine oder andere Cocktail eine Rolle.

Tag 7 – Barbados: Das perfekte Karibikgefühl

Rihanna fanden wir trotz angestrengter Suche nicht. Dafür sahen wir uns die Hauptstadt und den Fischmarkt an. Ein Taxi brachte uns an Zuckerrohrplantagen vorbei ins Hinterland zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Atlantik. Anschließend fanden wir einen fast menschenleeren Strand mit kristallklarem Wasser, der sogar unsere bisherigen Favoriten übertraf. Inzwischen hatten wir etwa 1.500 Fotos gemacht. Für den späteren Bilderabend kündigten wir an, dass Gäste besser viel Zeit mitbringen sollten. Mit genug Geld könnten wir uns vorstellen, hier länger zu bleiben; Lisa dürfte selbstverständlich mitkommen.

Tag 8 – Ein sehr anstrengender Seetag

Frühstück, Sonnen, Kaffee, Wasser, Cola, Mittagessen, Mittagsschlaf, Kuchen und Cocktails: Unser Tag war so voll, dass wir am Abend völlig erschöpft waren. Umziehen mussten wir uns eigentlich noch. Hunger hatten wir natürlich trotzdem – Seeluft macht schließlich hungrig.

Tag 9 – Dominica: Die grüne Überraschung

Wir hatten eher weiße Strände und Palmen erwartet, fanden aber eine Insel voller Regenwald. Mit etwa acht weiteren Reisenden fuhren wir in einem bunten Bus durch eine erstaunlich grüne Landschaft. Überall wuchsen Bananen, Limetten, Feigen, Kakao, Kaffee, Kokosnüsse, Sternfrüchte und Farne. Wir besuchten Schwefelquellen und Wasserfälle. Einen klassischen Traumstrand fanden wir nicht, aber die Natur war ohnehin der Höhepunkt.

Tag 10 – Antigua: Vielleicht der schönste Strand der Reise

Antigua war viel karger als Dominica, sollte dafür aber 365 Strände haben. Drei sahen wir uns an und entschieden uns für den Jolly Beach. Feinster weißer Sand und unglaublich klares Wasser – genau das Bild, das wir vor der Reise im Kopf gehabt hatten. Wir teilten einen kleinen Clip über Facebook. Für uns stand fest, dass wir bei einer erneuten Karibikreise gern wieder nach Antigua kommen würden. Thomas hatte einen Traumurlaub versprochen und sein Versprechen eingelöst. Am Nachmittag schlenderten wir durch St. John’s und sahen in der Ferne Montserrat.

Tag 11 – St. Martin: Flugzeuge zum Anfassen

Gelegentliche kurze Regenschauer störten bei ungefähr 30 Grad kaum. Erst besuchten wir Philipsburg und bewunderten die gut organisierten Taxis. Dann fuhren wir zum Maho Beach. Dort flogen Maschinen beim Landeanflug auf den Princess Juliana Airport scheinbar direkt über unsere Köpfe. Die ganz große Boeing 747 verpassten wir, aber auch die kleineren Flugzeuge waren beeindruckend. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir reichlich Fotos und Videos gesammelt.

Tag 12 – Tortola und Virgin Gorda: Ein unvergesslicher Ausflug

The Baths auf Virgin Gorda
The Baths, Virgin Gorda. Bild: Wikimedia Commons.

Tortola war der letzte Inselhafen vor der Rückkehr nach La Romana. Am Morgen erkundeten wir die kleinen Geschäfte, Cafés und die Häfen voller Segelboote. Mittags startete unser einziger direkt über TUI Cruises gebuchter Ausflug. Mit einer Fähre fuhren wir etwa eine halbe Stunde nach Virgin Gorda. Bei The Baths erwarteten uns große rundgeschliffene Felsen, natürliche Wasserbecken, schmale Durchgänge und Leitern. Wir wateten durchs warme Wasser und kletterten zwischen den Steinen hindurch. Ein unvergesslicher Ort.

Tag 13 – 7. Februar: Unser vierter Hochzeitstag

Vier Jahre verheiratet – und wir durften mitten in der Karibik feiern. Wir begannen mit einem Sektfrühstück. Von 14 bis 16 Uhr hatten wir eine private Ruheinsel auf dem oberen Schiffsdeck reserviert. Während Puerto Rico an Steuerbord vorbeizog, rätselten wir kurz über den Unterschied zu Costa Rica – ohne Google blieb die Sache zunächst ungelöst. Für den Abend freuten wir uns auf das Steakrestaurant Surf & Turf. Dann hieß es schon Kofferpacken: Um ein Uhr nachts sollten die Koffer vor unserer Kabinentür stehen.

8.–9. Februar – Abschied von der Karibik

Am Freitag sollte das Schiff La Romana erreichen. Bis zum Nachmittag wollten wir noch Zeit an Bord oder in der Stadt verbringen; um 15 Uhr war der Flughafentransfer geplant. Für Samstagmorgen war die Landung gegen neun Uhr in München vorgesehen. Von dort sollte uns der Zug nach Mannheim bringen, wo Lisa uns abholen wollte. So endete ein Urlaub voller Erlebnisse, Eindrücke und unzähliger Fotos. In der letzten Mail verabschiedeten wir uns von unseren treuen Lesern – und stellten klar, dass wir nach der Rückkehr nicht täglich weiterschreiben würden.

Nachwort – Erinnerungen, die geblieben sind

Wir hatten türkisfarbenes Meer gesehen, tropische Wälder durchstreift, Gewürze gerochen, riesige Felsen bestaunt und Flugzeuge erlebt, die fast zum Greifen nah landeten. Wir hatten viel gelacht, gut gegessen und eine wunderbare Zeit miteinander verbracht. Besonders schön war, dass unsere Familie und Freunde zu Hause durch unsere E-Mails ein Stück mitreisten. Viele Jahre später sind diese Nachrichten ein Schatz geworden. Und die kleinen Tierchen, die heimlich die Kleidung enger nähten? Die haben wir bis heute nicht gefunden.

Archivhinweis: Die Texte sind aus den originalen E-Mails redaktionell nacherzählt, keine wortgetreue Abschrift. Die tatsächliche Heimreise ist nur als damalige Planung dokumentiert.

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