16. Mai 2026 Invergordon Schottland

Hallo

Endlich Schottland – und fester Boden unter den Füßen

Das war vielleicht eine Nacht.
Anstatt dass der Sturm nachließ, wurde es draußen immer wilder. Das Schiff arbeitete sich tapfer durch die Nordsee, während es bis morgens um 4:30 Uhr ordentlich schaukelte. Erst dann war der Spuk plötzlich vorbei. Fast so, als hätte jemand den Sturm einfach ausgeschaltet.

Gegen 6 Uhr liefen wir schließlich in Invergordon in Schottland ein – und plötzlich war alles ganz ruhig. Kein Heulen mehr, kein Schwanken, keine gesperrten Außendecks. Stattdessen: frische schottische Luft und ein Hafen, der aussah, als hätte ihn jemand direkt aus einem Bilderbuch ausgeschnitten.

Und Schottland zeigte sich direkt von seiner freundlichen Seite.
Im Laufe des Vormittags wurde das Wetter immer besser und besser. Pünktlich zum Mittag hatten wir sogar strahlenden Sonnenschein. Nach der stürmischen Nacht fühlte sich das fast ein bisschen unwirklich an.

Direkt nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß auf den Weg in den kleinen Ort Invergordon. Wirklich groß ist der Ort nicht – ungefähr 4000 Einwohner leben hier. Wenn allerdings ein Kreuzfahrtschiff anlegt, verdoppelt sich die Einwohnerzahl vermutlich schlagartig. Man hat fast das Gefühl, dass plötzlich mehr Kameras, Regenjacken und Kreuzfahrt-Ausweise unterwegs sind als echte Schotten.

Invergordon selbst wirkt ruhig, gemütlich und irgendwie entschleunigt. Kleine Häuser, wenig Verkehr, freundliche Menschen und diese typisch schottische Atmosphäre zwischen Hafen, Highlands und einer guten Tasse Tee. Genau der richtige Ort, um nach einer stürmischen Nacht erst einmal wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren.

Wir hatten uns übrigens schon im Vorfeld bewusst entschieden, in Invergordon zu bleiben und keinen großen Ausflug zu buchen. Natürlich lockt hier fast überall Werbung für Loch Ness und Nessie. Aber wenn man ehrlich ist: Über eine Stunde Busfahrt hin, dort etwas herumlaufen, vielleicht einmal auf den berühmten See schauen – und dann wieder über eine Stunde zurückfahren. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet wir Nessie treffen würden, dürfte ungefähr genauso hoch sein wie ruhige Nordsee bei Sturmwarnung.

Also blieben wir lieber entspannt im Ort.

Statt Monsterjagd stand bei uns eher die Jagd nach Souvenirs auf dem Programm. Die kleinen Geschäfte wurden gründlich durchstöbert und natürlich durfte für Henry eine kleine Nessie nicht fehlen. Ein schottisches Mitbringsel muss schließlich sein.

Thomas und Maik konzentrierten sich dagegen eher auf die kulinarischen Spezialitäten des Landes. Es gab Würstchen im Blätterteig, irgendwelche süßen Cremekringel und allerlei Dinge, bei denen man besser nicht zu genau nach den Kalorien fragt.

Doch damit nicht genug.
Plötzlich erklärten die beiden völlig ernsthaft Lisa und mir, dass sie „unbedingt noch einen Döner in Schottland testen müssten“. Rein wissenschaftlich natürlich. Man wolle schließlich herausfinden, ob ein schottischer Kebab genauso schmeckt wie zuhause.

Das Ergebnis der Studie: gegessen wurde auf jeden Fall alles.

Und Henry?
Henry musste selbstverständlich überall mitprobieren. Ob Cremekringel oder Döner – sobald irgendwo Essen auftauchte, war Henry sofort dabei. Dieser kleine Mann hat eindeutig beschlossen, dass Urlaub hauptsächlich aus Essen, Staunen und guter Laune besteht.

Besonders begeistert war er allerdings von den Möwen. Sobald irgendwo eine auftauchte, zeigte er sofort mit seinem kleinen Finger darauf und wollte unbedingt näher hin. Papa Maik hatte dabei mindestens genauso viel Spaß wie Henry.

Zum Glück hatte ich Maik bereits beim Frühstück überredet, ein Stück Brot mitzunehmen. Rein vorsorglich natürlich. Falls man „zufällig“ ein paar Möwen anlocken müsste. Und sagen wir mal so: Das Brot blieb nicht lange unangetastet.

Kurz nach 13 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Schiff.
Nach dem kleinen Spaziergang durch Invergordon, den Souvenirs, den Möwen und den ausgiebigen kulinarischen „Tests“ waren inzwischen alle ein wenig müde geworden.

Deshalb stand jetzt erst einmal das Wichtigste des Tages auf dem Programm: Mittagsschlaf.

Während draußen inzwischen die Sonne schien und Schottland sich plötzlich von seiner schönsten Seite zeigte, wurde es auf der Kabine erstaunlich ruhig. Selbst der kleine Henry, der vorher noch jede Möwe persönlich begrüßen wollte, brauchte nun dringend eine Pause.

Und ehrlich gesagt: Nach der stürmischen Nacht hatten sich nicht nur die Kleinen etwas Erholung verdient.

Am Nachmittag hatte Maik für Lisa noch eine kleine Überraschung organisiert. Er hatte ihr eine Massage gebucht. Muskelkater vom gestrigen Spinningkurs hatte sie zwar keinen, aber Maik war der Meinung, dass eine Massage auf einem Kreuzfahrtschiff. einfach immer eine gute Idee ist. Und ehrlich gesagt hatte er damit auch recht.

Während Lisa entspannt wurde, haben wir Drei uns um den kleinen Henry gekümmert. Erst ging es natürlich wieder etwas essen – Henry ist inzwischen vermutlich der jüngste Vielfraß der Nordsee – und danach noch ins Spielparadies. Dort konnte er sich austoben, lachen und alles erkunden. Für Henry ist hier wirklich jeder Tag ein kleines Abenteuer.

Bevor wir wieder zurück aufs Schiff gingen, versuchte sich Maik noch als Möwenflüsterer. Mit einem Stück Brot in der Hand stand er da, wedelte damit herum und hoffte, dass die Möwen mutig genug wären, ihm das Brot direkt aus der Hand zu fressen. Aber Fehlanzeige. Die schottischen Möwen schienen dafür entweder zu höflich oder einfach zu satt zu sein. Das funktioniert anscheinend nur bei uns zu Hause und nicht in Schottland.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir dann ganz schottisch beim Dartspielen. Allerdings nicht gemütlich in einem urigen Pub irgendwo in den Highlands, sondern natürlich ganz stilvoll mitten auf der Mein Schiff 2. Gefehlt hat eigentlich nur noch ein Dudelsackspieler neben der Dartscheibe.

Jetzt schauen wir uns gleich noch das Auslaufen an, bevor der Tag langsam endet. Morgen wartet wieder ein Seetag auf uns. Leider sind erneut höhere Wellen angekündigt. Die Nordsee scheint uns unbedingt zeigen zu wollen, dass sie nicht nur hübsch aussehen, sondern auch ordentlich schaukeln kann.

Aber auch das werden wir wieder gut überstehen, auch wenn Lisa darauf ehrlich gesagt nicht besonders viel Lust hat.

Wir melden uns dann wieder von Bord – wenn wir das Schaukeln überstanden haben.

Liebe Grüße, Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi

15. Mai 2026 – Erster Seetag

Die Nordsee zeigte sich an unserem ersten Seetag leider alles andere als freundlich. Schon gestern Abend nach dem Auslaufen aus Hamburg merkte man, dass diese Reise etwas bewegter werden könnte – doch im Laufe des Tages entwickelte sich daraus ein richtiger Sturm.

Die See wurde immer rauer, die Wellen erreichten teilweise fünf bis sechs Meter Höhe und dazwischen kamen immer wieder einzelne besonders heftige Brecher. Man spürte deutlich, wie die Mein Schiff 2 gegen die Wellen arbeitete.

Aus Sicherheitsgründen wurden nach und nach die Außenbereiche gesperrt. Die Pools wurden geschlossen und vorne am Bug durfte sich niemand mehr aufhalten. Viele Gäste beobachteten das Wetter deshalb lieber von innen.

Wir waren währenddessen bei einer Lesung im Theater – und das befindet sich ganz vorne im Bug des Schiffes. Genau dort bekam man die Bewegungen besonders intensiv mit. Immer wieder merkte man, wie das Schiff in die Wellen eintauchte und anschließend hart auf das Wasser aufschlug. Teilweise ging ein richtiges Raunen durchs Publikum, wenn wieder eine besonders starke Welle erwischt wurde.

Für manche Gäste wurde die Überfahrt zu viel. Einige mussten Veranstaltungen verlassen und auf dem ganzen Schiff wurden vorsorglich Spuckbeutel verteilt. Selbst die Abendveranstaltungen im Theater wurden wegen des Wetters verschoben.

Aber immerhin: Wir fünf haben uns tapfer gehalten und waren erstaunlich seefest.

Das Highlight des Tages war trotzdem eindeutig Lisa.

Sie hatte sich nämlich schon von zu Hause aus für einen Spinning-Kurs angemeldet. Trotz Sturm und schwankendem Schiff ging es dann von 16 bis 17 Uhr aufs Fahrrad. Der Kurs wurde tatsächlich nicht abgesagt – obwohl draußen die Nordsee tobte.

Die ersten 15 Minuten waren wohl ziemlich anstrengend, aber dann hatte sie sich eingefahren. Und man glaubt es kaum: Sie zog die komplette Stunde durch.

Auch Henry hatte seinen ganz eigenen Seetag. Nach seinem Mittagsschlaf – und der dauerte stolze zwei Stunden – verbrachte er viel Zeit im „Nestchen“, dem Spielbereich für die kleinen Gäste an Bord. Außerdem besuchte er einen Spieltreff, bei dem die Kleinsten sich kennenlernen konnten.

Und weil der Mittagsschlaf offenbar genau die richtige Entscheidung war, hatte Henry am Abend nochmal richtig Energie.

Also ging es zur Familien-Disco.

Henry entwickelte sich dort endgültig zum kleinen Tanzbären. Sobald irgendwo Musik lief, fing sein ganzer kleiner Körper sofort an zu wippen. Egal ob Beine, Arme oder Windelpo – irgendetwas bewegte sich immer im Takt.

Lisa und Maik beendeten die Kinderdisco dann allerdings schon nach drei Liedern wieder. Nicht weil Henry keinen Spaß hatte – eher im Gegenteil. Der kleine Mann drehte gerade erst richtig auf, und eigentlich war es schon längst Zeit fürs Bett.

Mit einem übermüdeten, tanzenden Einjährigen wollte vermutlich niemand ausprobieren, wie lang so ein Abend auf einer stürmischen Nordsee noch werden kann.

Morgen soll uns Schottland hoffentlich etwas freundlicher empfangen als die stürmische Nordsee heute.

Wir freuen uns auf unser erstes Ziel in den Highlands: Invergordon.

Gute Nacht und liebe Grüße von
Lisa, Maik und dem kleinen Tanzbären Henry
sowie Thomas und Michi 

14. Mai 2026 – Anreise nach Hamburg

Hallo an alle,

heute ging es endlich los.

Um 5:15 Uhr klingelte bei Thomas und mir der Wecker — gebraucht hätten wir ihn allerdings nicht. Die Vorfreude war sowieso viel zu groß und wirklich geschlafen haben wir beide eher so mittelmäßig.

Reiner brachte uns zum Bahnhof und pünktlich um 8:03 Uhr fuhr unser Zug in Frankenthal los. Bis dahin hatten wir von Lisa, Maik und Henry allerdings noch nichts gehört. Wahrscheinlich herrschte dort gerade kontrolliertes Familienchaos zwischen Koffern, Kinderwagen, Pampers und Frühstück.

Wir dagegen saßen erstmal ganz entspannt im Zug und konnten kaum glauben:
Jetzt geht die Reise wirklich los.

In Frankfurt wurde unser eigentlich recht entspanntes Abteil plötzlich ziemlich voll. Viele Leute stiegen ein und erstmal wurde alles Mögliche verstaut — Koffer, Taschen, Rucksäcke. Manche fanden es dabei offenbar wichtiger, ihr Gepäck unterzubringen, statt andere erstmal durchzulassen.

Dann sagte ein Mitreisender plötzlich etwas mit „9 mm“.
Thomas und ich schauten uns sofort an. Auch andere im Abteil hatten das gehört. Für einen kurzen Moment wurde mir ehrlich gesagt mulmig und ich war unsicher, ob ich das wirklich richtig verstanden hatte.

Thomas beruhigte mich aber erstmal und kurze Zeit später war der Zwischenfall fast schon wieder vergessen. Etwa 30 Minuten später stoppte der Zug plötzlich mitten auf der Strecke. Niemand wusste warum. Kurz darauf kam Polizei durch den Zug und suchte genau den Mann, der die Aussage gemacht hatte. Er wurde kontrolliert und durchsucht, die Personalien wurden aufgenommen. Zum Glück wurde nichts gefunden. Wie sich herausstellte, hatten Mitreisende aus unserem Abteil die Polizei verständigt — und das war absolut richtig so. Sicherheit geht einfach vor.

Blöd war nur, dass Lisa, Maik und Henry bereits eine Stunde vor geplanter Abfahrt in Kassel am Bahnhof standen und unser Zug dann auch noch mit rund 40 Minuten Verspätung dort ankam. Mit Kleinkind ist das natürlich nicht ideal. Aber am Ende waren wir einfach froh, dass alles gut ausgegangen ist.

Um 10:50 Uhr war es dann endlich so weit:
Lisa, Maik und Henry stiegen in Kassel zu.

Thomas half beim Einsteigen, was bei mehreren Koffern, Kinderwagen, Taschen und einem aufgeregten kleinen Henry definitiv sinnvoll war.

Henry fand die Zugfahrt übrigens so spannend, dass an Schlaf überhaupt nicht zu denken war. Viel zu viele Menschen, Geräusche und neue Eindrücke. Statt Mittagsschlaf wurde lieber alles aufmerksam beobachtet.

Zum Glück hatte Oma vorgesorgt und Sticker für Henry besorgt. Damit wurde dann erstmal ausgiebig gespielt — beziehungsweise geklebt, wieder abgezogen und neu verteilt.

Und ehrlich gesagt:
Bei so einem Start in den Urlaub kann man Schlaf auch erstmal verschieben.

Besonders beliebt:
Sticker mitten auf der Stirn.

Henry fand das offensichtlich völlig normal. Wir fanden es ziemlich lustig.

Die Anreise zum Schiff verlief dann zum Glück ziemlich problemlos.

Am Bahnhof konnten wir unsere Koffer direkt abgeben und mussten uns danach um nichts mehr kümmern. Die Koffer wurden von der Crew der Mein Schiff 2 direkt aufs Schiff und später sogar bis vor unsere Kabine gebracht.

Das bedeutete für uns:
endlich ohne Gepäck entspannt Richtung Check-in laufen.

Und dann kam Henrys erster großer Vorteil als kleinster Mitreisender unserer Gruppe:
Dank ihm durften Familien mit Kindern bevorzugt einchecken und wir konnten an der langen Warteschlange vorbeigehen.

Henry selbst nahm diesen VIP-Status übrigens sehr gelassen hin.

Wir Erwachsenen fanden das deutlich aufregender.

Danach ging es erstmal direkt aufs Schiff — und natürlich sofort etwas essen. Schließlich macht Kreuzfahrt hungrig. Selbst dann, wenn man gefühlt gerade erst losgefahren ist.

Das Auslaufen aus Hamburg war für uns Erwachsene wirklich etwas Besonderes. Langsam ging es an der Speicherstadt vorbei, wir konnten die Elbphilharmonie sehen und überall standen Menschen und winkten den Schiffen zu.

Das absolute Highlight war aber, dass die Mein Schiff Relax direkt hinter unserer Mein Schiff 2 auslief. Zwei große Kreuzfahrtschiffe kurz hintereinander aus dem Hamburger Hafen fahren zu sehen, hatte schon etwas ziemlich Spektakuläres.

Nur für Henry war das Auslaufen eher weniger entspannend.

Das laute Tuten der Schiffshörner war ihm eindeutig zu viel. Für einen kurzen Moment war Henry fast genauso laut wie das Horn der Mein Schiff.Zum Glück beruhigte er sich nach dem lauten Horn auch schnell wieder und bestaunte weiter die vielen Lichter, das Wasser und die vorbeiziehende Stadt.

Dabei hatte er den ganzen Tag überhaupt nicht geschlafen. Sein letztes Nickerchen hatte er morgens auf dem Weg zum Bahnhof gemacht. Danach war bis abends um 20:30 Uhr durchgehend Action angesagt — und trotzdem war er die ganze Zeit gut gelaunt und musste einfach alles ganz genau beobachten.

Morgen haben wir einen ganz entspannten Seetag.

Liebe Grüße Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi

England-Schottland-Nordirland 14.05.26 – 24.05.26

Morgen geht es los – Mein Schiff 2

Vom 14. bis zum 24. Mai 2026 sind wir mit der Mein Schiff 2 unterwegs — und unsere Vorfreude ist inzwischen riesengroß.

Unsere Route:
Hamburg → Invergordon → Belfast → Greenock (Edinburgh) → Liverpool → Dover → Hamburg

Wir freuen uns ganz besonders, dass Lisa, Maik und natürlich unser kleiner Henry uns auf dieser Reise begleiten. Zehn Tage Familienzeit, Meer und hoffentlich viele besondere Erinnerungen.

Während Thomas und ich beim Packen noch ziemlich entspannt sind, sieht es bei Lisa und Maik eher nach „kleiner Familienumzug mit Bahnanschluss“ aus.

Denn für diese Reise muss wirklich alles mit:
dicke Jacken, dünne Jacken, Pullover, T-Shirts, Regenkleidung, Sonnenbrille — bei Schottland und England weiß man morgens nie, ob man eher einen Schal oder Sonnencreme braucht. Wahrscheinlich vorsichtshalber einfach beides.

Dazu kommen Kinderwagen, Pampers, Wechselkleidung, Snacks und natürlich eine kleine Notration Gläschen für Henry.

Und all das muss irgendwie zusammen mit einem Einjährigen in den Zug.

Wir starten in Frankenthal, Lisa, Maik und Henry steigen später in Kassel zu. Nachdem wir dann schon zweieinhalb Stunden unterwegs sind, haben wir vorsichtig gefragt, ob sie uns vielleicht einen Kaffee mitbringen könnten.

Lisa hat schlichtweg gesagt:
„Nein.“

Und Maik auch.

Damit war das Thema Kaffee dann wohl geklärt.

Jetzt müssen wir nur noch alles irgendwie in die Koffer bekommen — und dann kann das Familienabenteuer endlich losgehen.

Wir fünf freuen uns riesig.

Liebe Grüße Lisa, Maik, Henry, Thomas und Michi

5. Dezember 2025 – La Romana, Dominikanische Republik

Hallo

Unsere Reise führte uns zum ersten Mal nach Mittelamerika – und mit Cartagena auch zum ersten Mal nach Südamerika. Auf Jamaika wurde noch viel über Hurrikan Melissa gesprochen, der rund drei Wochen zuvor über die Insel hinweggezogen war. Für unsere Reise spielte er keine Rolle mehr, aber die Spuren und Geschichten waren noch deutlich präsent.

In Jamaika fanden wir freundliche Menschen, entspannte Stimmung und überall Hinweise auf den Sturm, der Wochen zuvor durchgezogen war. Costa Rica war grün, lebendig, mit Brüllaffen direkt in den Bäumen. In Panama sahen wir eindrucksvolle Schleusen, Wasserwege und viel Technik. Honduras (Roatán) war Karibik pur und wir hatten einen Monkey Lala, der es in die Top-Erinnerungen geschafft hat. In Mexiko (Costa Maya) sahen wir farbenfrohes Treiben, Märkte und Küstenflair, nicht so ganz unsere Welt. Kolumbien (Cartagena) – unser erstes Mal Südamerika war heiß, laut, chaotisch, beeindruckend. Die Dominikanische Republik bot und ein ruhiger Ausklang in La Romana.

Unterwegs sahen wir Tiere, die wir bisher nur aus Bildern kannten: Tukane, Brüllaffen, Flamingos, einen Ameisenbär und sogar einen weißen Pfau. Die Seetage boten Erholung: Balkon, Vorträge, Tucholsky-Gedichte – und die sehr gemütliche Möglichkeit, die Speisekarten abends direkt vom Bett aus zu studieren.

Unser Fazit: Eine abwechslungsreiche, tolle Reise mit vielen Premieren geht heute ganz gemütlich zu Ende. Wir haben jeden Tag genossen. 14:30 Uhr verlassen wir das Schiff und starten um 17:00 Uhr in Richtung zu Hause. Wir werden morgen früh am Nikolaustag in Frankfurt landen und hoffen, dass Nikolaus uns am Abend zu Hause findet.

Vielen Dank, dass ihr uns begleitet habt.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

4. Dezember – Faulenzen auf hoher See

Hallo

Heute war unser letzter Seetag. Wir sind unterwegs nach La Romana, wo wir morgen früh ankommen werden. Dort bleiben wir den ganzen Vormittag und Mittag, bevor uns um 14:30 Uhr ein Bus zum Flughafen bringt.

Zum ersten Mal seit Tagen haben wir richtig ausgeschlafen. Also… fast. In Wahrheit war es 6:00 Uhr, aber durch die Zeitumstellung wurde daraus offiziell 7:00 Uhr. Klingt direkt nach einem kleinen Erholungswunder. Danach haben wir noch ein bisschen im Bett gegammelt und sind später gemütlich frühstücken gegangen.

Den Vormittag haben wir ganz entspannt auf dem Balkon verbracht, waren bei der nautischen Fragestunde mit dem Kapitän, haben in der Sonne zu Mittag gegessen und uns Gedichte angehört – mehrere humorvolle von Kurt Tucholsky, darunter auch „Das Loch“, das wirklich richtig gut war. Danach ging es zurück aufs Zimmer, wieder entspannen. Ein klassischer Seetag.

Auch eine Vorlesung über La Romana haben wir besucht, haben weiter entspannt und zwischendurch – wie es sich für einen Seetag gehört – natürlich etwas gegessen. Jo

Menüplanung für Fortgeschrittene

Eines der Highlights des Urlaubs war: Wir können die Speisekarten der Restaurants direkt vom Bett aus anschauen. Liegend entscheiden, sitzend essen, möglichst nichts riskieren – unsere neue Urlaubstaktik. Wir scrollen also gemütlich unter der Bettdecke durch alle Menüs und wählen hochprofessionell das Restaurant aus, in dem wir heute Abend essen werden. Wer braucht Schritte, wenn man WLAN hat? Für uns ist das die ultimative Form von Komfort: Gastronomische Planung im Horizontalmodus.

Jetzt müssen langsam die Koffer gepackt werden, aber vorher gibt es noch einen Kaffee. Diesen letzten Seetag haben wir genauso genossen wie den gesamten Urlaub. Heute hatten wir endlich Zeit, alles noch einmal Revue passieren zu lassen.

Unser Fazit: Es hat uns richtig, richtig gut gefallen. Für uns gab es viel Neues. Wir waren das erste Mal in Mittel- und Südamerika und haben Tiere gesehen, die wir vorher nur aus Bildern kannten. Es war intensiv, spannend und wunderschön.

Und morgen genießen wir den letzten Tag noch in der Dominikanischen Republik – in La Romana und an Bord – bevor es dann am Nachmittag zum Flugzeug geht.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

3. Dezember – Cartagena (Kolumbien)

Heute sind wir in Cartagena, Kolumbien – unser erstes Mal in Südamerika. Um 6:00 Uhr wurden wir bereits mit 28 °C geweckt. Wir haben draußen gefrühstückt und die warme Luft am Morgen genossen.

Das war’s dann allerdings auch schon mit der Ruhe.

Was soll man sagen über Kolumbien? Heiß. Stickig. Bunt. Laut. Farbenfroh. Trubelig. Stressig. Lebensfroh. Viel Verkehr, viel Gehupe. Witzig, wunderbar, wunderschön – und gleichzeitig eine ziemliche Herausforderung. Die Menschen sind freundlich, offen, voller Energie.

Um 9:30 Uhr ging es für uns in die Innenstadt – durch einen Verkehr, den man eigentlich erlebt haben muss, um ihn zu glauben. Autolawinen, Motorräder, hupende Kolonnen, Abgase, Gewusel. Alles gleichzeitig. Im Taxi eine drückende Hitze, wie im Backofen. Bis wir ausgestiegen sind, waren wir verschwitzt und halb am Verdursten.

In der Altstadt wurde es nicht ruhiger. Cartagena ist ein einziges Gewusel, alles bunt, alles lebhaft, alles laut. Nach zwei Minuten bekam Thomas schon das erste Kokain-Angebot. Straßenverkäufer überall. Keine Minute vergeht, ohne dass jemand etwas verkaufen möchte. Ein „Nein, danke“ reicht – aber es gibt eben viele davon. Sehr viele.

Wir wollten in einem Straßencafé kurz durchatmen. Die Idee war gut, die Umsetzung schwierig. Während wir unsere Cola tranken, hätten wir locker den kompletten Wocheneinkauf erledigen können, ohne vom Tisch aufzustehen. Von Hüten über Handtaschen bis Obst und Armbändern: Alles kam zu uns. Ein Service der besonderen Art.

Die einzige echte Pause war die Pippipause. Im Lokal gab es ein Gebläse in der Toilette, das so stark war, dass ich danach ernsthaft eine Bürste gebraucht hätte. Verrückt, aber irgendwie auch wieder typisch für diesen Tag.

Wir liefen weiter durch die Stadt – immer heißer, immer lauter, immer bunter. Wunderschön, aber auch zunehmend anstrengend. Gegen 13:00 Uhr sagte ich zu Thomas: „Jetzt reicht’s. Ich kann nicht mehr.“ Also riefen wir ein Taxi und ließen uns zurück zum Hafen bringen.

Dort erwartete uns ein kleines Wunder: ein Tierbereich direkt im Hafenterminal. Wir haben zum ersten Mal einen Ameisenbär gesehen – beeindruckendes Tier! Einen weißen Pfau ebenfalls zum ersten Mal. Und überall liefen Papageien, Affen, Schildkröten und Flamingos herum. Zwar war alles eingezäunt, aber innerhalb dieses Bereichs bewegten sie sich frei. Die Papageien hatten nicht einmal ein Dach über sich und hätten jederzeit wegfliegen können – taten sie aber nicht. Es war richtig schön nach dem Stadtchaos.

Zurück auf dem Schiff gönnten wir uns einen Döner und entspannten danach noch auf dem Sonnendeck. Morgen ist Seetag – und den brauchen wir wirklich dringend. Am Freitagabend geht es dann schon zurück nach Hause.

Unser erstes Mal Südamerika hat uns schwer beeindruckt. Intensiv, besonders, wunderschön – und definitiv anstrengend. Cartagena war ein Erlebnis, das wir nicht vergessen werden. Gerne kämen wir auch wieder.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

2. Dezember – Oh wie schön ist Panama

Hallo

Heute war Panama-Tag. Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr, um 5:30 Uhr frühstückten wir, und um 6:15 Uhr verließen wir das Schiff. Der Liegeplatz lag in Colón – ein alter, einmal abgebrannter und sehr armer Stadtteil.

Unsere heutigen Guides, Elias und Clara, beide gerade mit dem Abitur fertig, verbringen ein Freiwilligenjahr in Panama. Heute hatten sie ihre erste Tour – nervös, aber herzlich und sehr bemüht. Die einstündige Fahrt nach Panama City nutzten sie für viele Fakten, die sie sich für diesen Tag einstudiert hatten. Auf dem Weg in die Hauptstadt überquerten wir die Atlantikbrücke. Ein beeindruckendes modernes Bauwerk, das den Atlantik-Zugang des Kanals überspannt. Unser Busfahrer war unglaublich freundlich und machte eine kleine Ausnahme: Er hielt kurz auf der Brücke an, damit wir ein Foto machen konnten.

In Panama City treffen moderne Wolkenkratzer auf historische Altstadtgassen. Dazwischen immer wieder indigene Gruppen, die ihre Kultur sichtbar leben. Elias und Clara zeigten uns die wichtigsten Ecken der Altstadt – und zu jeder gab es eine kleine Geschichte. Während die Guides erklärten, interessierte Thomas und zwei andere Gäste vor allem eines: wie erkennt man einen echten Panama-Hut, ist er bezahlbar – und wo bekommt man ihn? Unsere Guides nahmen das sportlich und führten uns zu einem passenden Geschäft, in dem wir zwei Hüte bekamen und wir finden, sie kleiden uns gut.

Danach ging es zu den Schleusen des Panamakanals. Erster Halt waren die modernen Agua-Clara-Schleusen, Teil der großen Kanalerweiterung. Riesig, technisch beeindruckend – aber das Schiff, das wir sehen wollten, war leider schon fast durch, obwohl wir gute 700 Meter die Brücke hinuntergeeilt sind. Blöd, dass wir diese Brücke auch wieder hochgehen mussten. Elias und Clara entschieden deshalb, uns noch zu den historischen Gatún-Schleusen zu bringen. Diese ältere Anlage war für uns eindeutig der interessantere Besuch, denn es gab mehr zu sehen. Das Wetter war heute nicht so super. Zwei-, dreimal Regen, ansonsten dichte Wolken – aber trotzdem rund 30 Grad und drückend feucht. Am Abend genossen wir das Auslaufen aus dem Hafen in Panama besonders. Viele Schiffe, viel Bewegung. Auf den Fotos wirkt es wegen des Regens eher unscheinbar, aber die Erinnerung bleibt.

Panama hat uns beeindruckt: die Vielfalt, die Stadt, der Kanal, die Menschen. Ein Land, das wir definitiv noch einmal besuchen möchten, es war unser erstes Mal am Pazifik. Morgen bei unserem nächsten Stopp in Kolumbien werden wir zum ersten Mal in Südamerika sein.

Liebe Grüße, bis bald, Michi und Thomas

1. Dezember 2025 – Costa Rica

Hallo

Heute stand wieder ein organisierter Ausflug auf dem Programm. Start: 8:00 Uhr. Geführt wurden wir von einem echten Indianer – so nennen sich die indigenen Gruppen hier in Costa Rica übrigens ganz bewusst selbst. Er trug eine Halskette, an der vier Wildschweinzähne hingen. Die Geschichte dahinter ist fast schon ein kleines Abenteuer für sich: Dieses Tier hat er als Kind eigenhändig erlegt. Das erzählt er mit einer Mischung aus Stolz und der ganz entspannten Gelassenheit eines Menschen, der im Dschungel groß geworden ist.

Unser erster Programmpunkt war eine Bootsfahrt durch die Mangroven. Ein ruhiger kleiner Fluss, dichtes Grün, warme Luft und die Hoffnung, irgendwo ein Krokodil zu entdecken. Fehlanzeige. Dafür bekamen wir etwas zu sehen. Ein Faultier – inklusive Baby! – hing entspannt im Geäst, als wäre es das Normalste der Welt, Touristen mit Kameras freundlich zu ignorieren. Natürlich gab es noch mehr Faultiere und ganz viele Brüllaffen.

Nach der Bootstour ging es weiter mit dem Bus, immer entlang der legendären Panamericana. Der nächste Halt war eine Tierauffangstation. Hierher kommen verletzte Tiere aus ganz Costa Rica: viele mit Verbrennungen und verlorenen Gliedmaßen durch unisolierte Stromleitungen, andere Opfer von Misshandlung. Die Menschen dort arbeiten mit einer Wärme und Geduld, die man kaum beschreiben kann.

Und mitten in all dem Ernst gab es einer, der eindeutig beschlossen hatte, diesen Tag aufzulockern: ein Tukan. Bunt, neugierig, selbstbewusst. Er hüpfte näher, betrachtete Thomas mit schiefgelegtem Kopf – und fand offenbar Gefallen an ihm, mochte ihn zum Knabbern gern. Jedenfalls blieb er eine Weile und machte klar: Auch Rettungsstationen können ihre kleinen Stars haben.

Schwarze Strände und Natur, die keine Worte braucht. Danach ging es weiter über die Panamericana, vorbei an schwarzen Stränden und unendlich viel Grün. Costa Rica zeigt seine Schönheit ohne Anstrengung – sie ist einfach da, überwältigend und echt, obwohl wir fast immer Nieselregen hatten. Wir sind uns einig: Das wäre ein Land, in dem man problemlos einige Tage bleiben könnte. Nicht zum Baden, sondern um die Natur zu erleben, die Farben, die Geräusche, dieses endlose Gefühl von Lebendigkeit. Costa Rica ist einfach toll.

Liebe Grüße, Michi und Thomas

30.11.2025 – Erster Advent (Seetag)

Heute war Seetag, und wir haben uns richtig etwas gegönnt: bis 6:00 Uhr geschlafen. Auf unserer Kreuzfahrt ist das gefühlt schon ausschlafen deluxe. Danach ging’s gemütlich und ausgiebig frühstücken – ohne Eile, ohne Ziel, einfach mit Meerblick und Kaffee. Pünktlich zum 1. Advent hat sich das ganze Schiff in ein kleines schwimmendes Weihnachtswunderland verwandelt. Überall Lichter, Tannenzweige und glänzende Kugeln. Und das Beste: Es gibt Weihnachtsgebäck in allen möglichen Sorten – und ja, es schmeckt auch noch richtig gut. Advent mitten in der Karibik, eine merkwürdige Kombination, aber irgendwie super schön

Der Tag ging genau so weiter, wie er angefangen hat – wir haben gegessen. Und zwar alles, was nicht bei drei vom Buffet gesprungen ist: Wurst, Plätzchen, Currywurst, Eis, Entenkeule… Zur Beruhigung unseres Gewissens haben wir uns zwischendurch bewegt. Kurz. Sehr kurz. Einmal in den Pool (Thomas) danach sind wir in den Whirlpool. Anschließend lagen wir wieder im Bett, mit vollen Bäuchen und null schlechtem Gewissen. Faulenzen gehört schließlich auch zum Seetag-Programm. Am Abend gab es dann Bingo und einen Weihnachtsmarkt. Auf dem Außendeck ein Weihnachtsmarkt mitten in der Karibik, während das Schiff in Richtung Kolumbien fährt. Glühwein, warmes Wetter und gesungen wird Last Christmas.

Wir hoffen, Ihr hattet auch einen schönen 1 Advent.

 Liebe Grüße, Michi und Thomas