Tag 3. Es geht bergab

Hallo alle zusammen!

Damit es heute nicht zu viel Gejammere gibt hier erstmal noch ein paar Infos, die wir euch gestern unterschlagen haben. Wir waren gestern auf einer verhältnismäßig kurzen Strecke von 18 km unterwegs. Haben dabei aber die beiden größten Anstiege nach Torfhaus und auf den Brocken hinter uns gebracht. Der Brocken liegt auf 1.141 Metern, sodass wir gestern ca. 600 Meter nach oben gewandert sind. 

Heute ging es wie gestern schon angekündigt hauptsächlich bergab. Besonders die erste Hälfte der Strecke war ziemlich belastend für die Beine. Vom Brocken runter ging es auf einer teilweise recht steilen und durchgängig asphaltierten Straße. Wir kamen aber gut voran und hatten ein recht gutes Gefühl für den Tag, obwohl unsere Füße sich über Nacht immer ein bisschen weniger erholen. Auch die „Knochenbrecher-Kurve“ konnte uns nichts anhaben. Danach folgte allerdings der Glashüttenweg, der einfach nur ätzend war. Man kann es nicht anders sagen. Nur Steine, nur bergab und irgendwie auch nicht so richtig enden wollend. Da wir nicht genau wissen wo er wirklich geendet hat, können wir nur leider auch nicht wirklich sagen wie lange wir da liefen… ein netter Radfahrer sagte uns aber kurz vorher, dass das der einzig richtig blöde Teil auf unserer heutigen Etappe werden würde und der Rest dann „locker“ wird. So viel kurz vorab. Ja, es wurde lockerer… aber wenn man die Füße erstmal auf einem gewissen Level hat, bringt dann auch ein besserer Boden irgendwann nichts mehr. Wir wollen aber nicht nur jammern, wir hatten nämlich zwischendrin auch wirklich schöne Aussichten und eine tolle Strecke an einem kleinen Fluss entlang. Auch zum Ahrensklint haben wir einen kleinen Abstecher gemacht und sind ihn über die Leitern bestiegen. Wir freuten uns auf eine Mittagspause am Hohnehof, der wirklich super schön, aber leider wegen einer geschlossenen Gesellschaft heute für uns geschlossen war. Stattdessen gab es für Maik die im Harz wohl recht bekannte Erbsensuppe bei Kukkis. Zeitgleich fuhr auch die Brockenbahn vor uns am Bahnhof ein, die wir heute alternativ für den Abstieg hätten nutzen können und uns so die ersten 12 km gespart hätten. Haben wir aber nicht, wir wollten ja nicht schummeln. Also ging es weiter in den zweite anhäufte des Tages. 

Ein kleines Highlight hatten wir noch mit dem Königshütter Wasserfall vor uns und nutzen die Gelegenheit auch gleich mal für eine etwas längere Mittagspause. Von da an fiel uns alles relativ schwer. Wir überspringen daher an dieser Stelle die letzte Passage, weil sie überwiegend von Schweigen, Jammern und etwas Fluchen geprägt war… Ca. 6 km vor dem Ziel hatten wir dann noch einmal einen entfernten Blick auf den Brocken, was uns doch ziemlich stolz gemacht hatte. Zum zweiten Mal wurden heute bei Lisa die Schuhe gewechselt, weil nicht ganz klar war welche die besseren für die Füße sind und dann schleppten wir uns zum Endspurt. Maik schickte uns für einen Stempel nochmal auf einen laut Schildern lebensgefährlich Anstieg auf einem wirklich sehr schmalen Pfad, aber was tut man nicht alles..

Etwa 400 Meter vom Hotel entfernt beschlossen wir hochmotiviert und im Nachhinein betrachtet vielleicht etwas benebelt beschlossen wir kurzerhand, noch einen kurzen Abstecher für einen Stempel zu laufen, weil wir diesen wegen einer Umleitung nicht erreichen konnten. Ich (Lisa) hatte in der Beschreibung gelesen, dass es nur 250m waren und das sollte ja noch irgendwie drin sein… leider hatte ich nicht ganz zu Ende gelesen, und wir erreichten nach 250m nur ein Schild wie es weiter gehen sollte. Jetzt hatten wir es angefangen und soo weit konnte es ja auch nicht sein. Da hatten wir uns allerdings etwas verschätzt und so ging es nochmal einen guten Kilometer hoch auf einen Aussichtspunkt, um dann anschließend wieder alles zurück zu laufen. Maik hatte das wohl in der Beschreibung gelesen, mich aber warum auch immer trotzdem nicht gebremst. 

Wir schleppten uns nach der nun abgeschlossenen 28km Wanderung direkt zum Essen und dann in unser Zimmer. Mittlerweile hat Lisa so geschwollene Zehen, dass sie sich nicht mehr wirklich bewegen lassen und mittlerweile 4 Blasen an und unter den Füßen. Maik kämpft mit Blasenpflastern auch weiter gegen seine Blasen an, scheint aber irgendwie allergisch auf die Socken (oder wie wir vermuten aufs Wandern) zu reagieren. Kurz und knapp, heute sind wir erstmal bedient und freuen uns jetzt auf die Nacht.  

Mal sehen wie es morgen weiter geht…

Liebe Grüße

Lisa & Maik