Inka-Trail

Grüße von Machu Picchu,

aber nochmal von vorne. Heute stand wohl das Highlight unserer Reise auf dem Plan. Der Tag ging recht chaotisch los. Das wichtigste war, dass wir den Zug um 06:10 in Cusco erwischen. Deshalb war 04:30 Abfahrt mit dem Bus im Hotel. Um 04:28 klingelte unser Zimmertelefon. Juan, unser Reiseleiter war dran und sagte, dass sie vorne warten. Wir lagen zu diesem Zeitpunkt noch im Bett. Wecker falsch gestellt und voll verschlafen… Nichts desto trotz standen wir 7 Minuten später angezogen und mit zum Glück überwiegend vorgepackten Rucksäcken in der Lobby. Dann kam Chaos Schritt 2: Der bestellte Bus kam nicht, die Zeit tickte. Die Reiseleiter organisierten einen anderen Bus, dieser kam jedoch erst 20 Minuten später und war obendrein noch zu klein. Maik teilte sich zu viert eine 3-er-Reihe, Lisa saß im Mittelgang auf dem Boden. Die Reiseleiter meinten „wir hätten noch eine Chance“ und unserer Fahrer gab ordentlich Gas. Auf die Minuten kamen wir am Machu Picchu Train an. Puh, das war knapp 🙂

Noch etwas über einer Stunde Fahrt sind wir bei Kilometer 104 angekommen. Alle die den Inkatrail laufen wollten stiegen aus und bereiteten sich vor. Unsere Reiseleiterin für den Tag erklärte die Strecke und dass die Wanderung kein Wettrennen war. Sie eröffnete dann allerdings mit den Worten „auf die Plätze, fertig, los“ und alles setze sich in Bewegung.

Die ersten 3-4 Stunden waren die anstrengendsten, es ging eigentlich nur Berg auf. Zwischendurch vielen Treppen, die aufgrund der unterschiedlichen Höhe verdammt anstrengend waren. Wir machten allerdings viele Pausen und kamen gut voran. Unser erstes Zwischenziel erreichten wir bei Winaywayna. Hier gab es Mittagessen und eine „Toielette“. Nach 15 Minuten Pause setzten wir unseren Trail fort, ab diesem Zeitpunkt lag der anstrengendste Teil hinter uns. Richtig anstrengend wurde es nur noch mal kurz vor dem Sonnentor bei den sogenannten Gringo-Killer-Treppen. Es waren nicht viele, aber dafür besonders hoch und steil, sodass wir sie mehr kletterten als liefen.

Die Belohnung wartete allerdings nur 20 Minuten weiter als wir das Sonnentor passierten und den ersten Blick auf Machu Picchu werfen konnten. Die Bilder können gar nicht ausdrücken wie beeindruckten die Aussicht ist. Wir sind uns einig, dass das wohl mit nichts vergleichbar ist, was wir bisher gesehen hatten. Alles was wir heute von oben sehen konnten, steht für morgen nochmal mit mehr Zeit auf unserem Programm. Jetzt ging es erstmal die abenteuerliche Busfahrt am steilen Abhang über unzählige Serpentien nach unten. Obwohl wir beide normalerweise keine Probleme mit sowas haben konnte es einem bei Gegenverkehr schon mal mulmig werden.

Zu unser aller Entsetzen musste wir von der Bushaltestelle nochmal ca 10 Minuten bergauf zum Hotel laufen. Klingt nach nicht viel, aber nach dem Tag war dazu wirklich niemand mehr in Stimmung. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es noch zum Abendessen. 3 Gänge, die wir schon am Abend vorher bestellt hatten. Dabei wollten eigentlich alle nur noch ins Zimmer. Hier sind wir jetzt auch und wollen schnell schlafen, denn morgen geht es schon wieder früh raus.

Insgesamt hatten wir heute einen super Tag! Die ganze Mühe hat sich gelohnt.

Liebe Grüße
Lisa&Maik